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dem Erfolg; erſt der Tod des Grafen Hugo von Egisheim machte den Fehden ein Ende. Er war der mächtigſte Fürſt im ganzen Elſaß und ſtand als Neffe Leos IX. der Kurie beſonders nahe. Aber nicht verwandtſchaftliche Rückſicht hatte ſeine Stellungnahme beſtimmt. Hugo war aus innerſter Überzeugung der päpſtlichen Sache ergeben. Er teilte den Abſcheu vieler deutſchen Fürſten gegen ein Oberhaupt, das der Bannſtrahl der Kirche getroffen hatte, und kämpfte für ſeine Über⸗ zeugung mit einem Eifer und einer Ausdauer, daß er davon den Beinamen:„der unermüdliche Streiter Petri“(indefessus miles sancti Petri) erhielt. In ſeiner Jugend waren die meiſten Beſitzungen ſeines Hauſes an die Biſchöfe von Baſel und Straßburg verloren gegangen. Nachdem er ſie den Gegnern in ſchwerem Ringen endlich wieder entriſſen, fiel er durch Verrat in dem Palaſt des Straßburger Biſchofs Otto von Hohenſtaufen, wohin der Argloſe gekommen war, um den Vertrag zu unterzeichnen, der dem hartbedrängten Lande die Segnungen des Friedens zurück⸗ geben ſollte.
Auf dieſer Grundlage hat Ramond die fünf Akte ſeines Dramas aufgebaut. Scenen aus einem Treffen zwiſchen Hugo und dem Biſchof von Straßburg leiten den erſten Akt ein. Die Biſchöflichen unter des Vizdoms Gontran Führung werden geſchlagen; Hugo kehrt mit reicher Beute aus dem eroberten feindlichen Lager nach Egisheim zurück, wo ſeine Gemahlin Bertha und ſeine Schweſter Ottilie die heimkehrenden Sieger begrüßen. Gleich hier kommt es unter Hugos Soldaten zu Streitigkeiten über die Verteilung der Beute. Die Mannſchaft Waldemars und Bertolfs iſt aufgebracht gegen die beiden Lambert, deren Leute den Löwenanteil vorweggenommen haben ſollen. Waldemar und Bertolf ſelbſt betrachten die von Hugo mehr begünſtigten Brüder ſchon lange mit ſcheelen Blicken. Namentlich der jüngere Lambert, der das ganz beſondere Vertrauen des Grafen beſitzt, hat dadurch ihren heftigen Ingrimm erregt. Der langgenährte Haß kommt bei dieſer Ge⸗ legenheit endlich offen zum Ausbruch; Waldemar ſtößt Drohungen gegen Lambert aus, die dieſer nicht unerwidert läßt. Dadurch aufs Äußerſte gebracht, zieht Waldemar ſein Schwert; Lambert nimmt die Herausforderung an, und nur die Dazwiſchenkunft Hugos verhindert einen blutigen Ausgang.
Auch die zarten Fäden einer Liebesepiſode finden wir ſchon in die Expoſition verflochten. In dem für Hugo ſiegreichen Treffen nämlich wird Adalbert, der Sohn des biſchöflichen Vizdoms Gontran, von Waldemar gefängen genommen. Beide— Waldemar und Adalbert— lieben des Grafen Schweſter. Adalbert hatte ſich früher als Hugos Gefangener in Darburg ihre Zuneigung gewonnen und deshalb ſeine Auslieferung ſo lange als möglich verzögert. Endlich trotz inneren Widerſtrebens ſeiner Haft entlaſſen, ſucht er vergebens die Sehnſucht niederzukämpfen, die ihn immer wieder zur entfernten Geliebten zieht. Aber wie ſoll er ihr nahen, ohne ſich des Verrats und der Untreue ſchuldig zu machen? Iſt doch Ottilie die Schweſter des Grafen, den ſein Herr, der Biſchof befehdet— gegen den ſein Vater wieder und wieder zu Felde zieht! Doch ſeine ſtets wachſende Sehnſucht übertäubt zuletzt alle Bedenken und willig giebt er ſich Waldemar gefangen, um dadurch wieder in die Nähe der Geliebten zu kommen. Waldemar aber, der ſelbſt ſchon ſechs Jahre lang hoffnungslos die gleiche Leidenſchaft hegt, hat die Tage von Daxburg noch nicht ver⸗ geſſen, da er es grollend ſehen mußte, wie Ottilie dem Feinde ihre Gunſt zuwandte, während ſie den treuen Waffengefährten ihres Bruders kaum eines Blickes würdigte. Seitdem erfüllt ſein Herz glühender Haß gegen den glücklichen Nebenbuhler. Und nun iſt dieſer in ſeine Hand gegeben— was hindert ihn, an dem Unbewehrten ſeine Rache zu kühlen? Doch dafür iſt Waldemar zu ſtolz;


