Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung des Propertius / von Professor J. Hetzel
Entstehung
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den Ruf, er sei nequitiae caput auf den Verkehr mit viles beziehen, so widerspricht dem v. 10, wo die Worte parcius infamant gerade aussagen, dass dieser Verkehr weniger dem Rufe schade als der dauernde Umgang mit einer Freigelassenen.*) Bezeichnet er doch selbst in der ersten Elegie des ersten Buchs seine Liebe zu Cynthia als ein vivere sine consilio, sagt er doch, III, 24,9 dass ihn die Freunde seines Hauses davor gewarnt hätten und fügt ebenda v. 21 hinzu:

Risus eram positis inter convivia mensis, Et de me poterat quilibet esse loquax.

Dass nun aber jener auf Cynthias Kälte und Untreue zurückgeführte Abfall von den eignen Grundsätzen nicht ernst gemeint ist, sondern diese Fiktion nur der Aus- druck der Verbitterung ist, beweist erstens die spottende Motivierung, welche er mit v. 914 giebt: Parcius in- famant etc.(wo ich nach v. 10 keine Lücke annehme, denn et in v. 11 verbindet nicht mit Vorhergehendem) Sie verderben nicht so sehr den Ruf. Ist dir dies nicht Grund genug? Nun, sie fordert doch gar mancherlei Tand.

(Quaeque nitent Sacra vilia dona Via.)

Und nicht nur dies deutet die Ironie verständlich genug an, sondern in den Schlussversen wirft der Dichter

die Maske ab und sagt:

Al peream, si me ista movent dispendia: sed me Fallaci dominae iam pudet esse iocum.

Zum Schlusse die Bemerkung, dass das Verhältnis des Gegensatzes und der Zusammengehörigkeit, in welchem die Elegie 24a zu den vorhergehenden steht, eine Parallele hat in IV(V. L.) 1 70 und 71 150, die als 2 Elegieen zu denken sind, die jedoch in engster Beziehung stehen; denn die grosse Aufgabe, das Vaterland zu verherrlichen, welche sich Properz in der ersten stellt:

*) Anm. In Bezug auf die Person der Cynthia halte ich an der von Hertzberg begründeten Ansicht fest.