Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung des Propertius / von Professor J. Hetzel
Entstehung
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Die Hypothese Lachmanns ist neuerdings von zwei Seiten wieder bestritten worden, von E. Reisch im neunten Jahrgang der Wiener Studien und von Bährens in der Vorrede seiner Ausgabe. Beide Angriffe sehe ich im ganzen be- trachtet, als misslungen an. Kann ich auch hier nur in Kürze darauf eingehen, so glaube ich doch das Wesent- liche anführen zu sollen.

Die Beweiskraft des Verses III., 5, 9:

Sat mea, sat magnast, si tres sint pompa libelli- zu erschüttern ist Reisch(Heft I. S. 95 ff.) nicht gelungen. Die Annahme, dass die Dreizahl hier nicht im eigentlichen, sondern im übertragenen Sinne zu verstehen sei, an sich schon unwahrscheinlich, erhält durch die von ihm beige- brachten Beispiele keine Bestätigung. Gewichtiger muss erscheinen, dass, wie Bährens geltend macht, Nonius den Vers IV, 21, 14 aus dem dritten Buche anführt, und man muss gestehen, dass die Bemerkung Heimreichs in seinen Quaestiones Propertianae über die Möglichkeit eines Schreibfehlers nicht ganz beruhigt. Dennoch ist eher dies anzunehmen, als der Versuch von Bährens, den Wider- spruch durch Versetzung sämtlicher Lieder II, 713 (Bährens Ausgabe) in das dritte Buch der Handschriften, und zwar nach El. 19, zu lösen. Denn wenn ich mich auch nicht prinzipiell gegen Aenderung der überlieferten

Reihenfolge der Elegieen erklären kann, so steht doch hier entgegen, dass erstens in den bezeichneten Elegieen des zweiten Buches selbst nicht durchaus dieselbe Situation geschildert oder vorausgesetzt ist. Dies hat sicherlich Bährens in Bezug auf El. 7 u. 8 nicht übersehen; nur der Gebrauch, den er von den Versen 7, 14 u. 18:

Hinc etenim tantum meruit mea gloria nomen, Gloria ad hibernos lata Borysthenidas

in chronologischer Hinsicht machen zu können glaubte, scheint ihn bestimmt zu haben, auch diese Elegieen zuzu- ziehen. Zweitens ist auch in denjenigen Liedern des