Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung des Propertius / von Professor J. Hetzel
Entstehung
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Gedanken der Dichter Ausdruck geben wollte, und welcher Teil des Inhalts nur den poetischen Schmuck bildet. An die Anspielung auf die auch bei Ponticus erwachende Liebe knüpft Propertius die Aufforderung, jetzt ebenfalls der Elegie sich zuzuwenden. Ich bezeichne in Kürze diejenigen Stellen, wo diese Auffassung Einfluss auf das Verständnis und auf die Feststellung des Textes hat.

v. 2. Nectibiperpetuo libera verba fore bedeutet: Ich sagte dir, dass es dir nicht immer freistehen werde, den Gegenstand deiner Dichtung zu wählen. Vergl. El. 7, 6 u. 7. v. 25 bis 32 wird nach der Aufforderung, gerade jetzt, wo Ponticus sich der Gunst Amors erfreue, zu singen, was den Frauen gefalle, der Gedanke ausge- führt, Amor werde ihn auch die Härte seiner Herrschaft fühlen lassen. Weil nun der Gott, nicht die Geliebte, Hauptgegenstand ist, so ergiebt sich folgendes: 1) v. 26 ist gegen die Handschriften statt acrius illa subit zu schreiben acrius ille subit, was auch der Bedeutung dieses Zeitwortes besser entspricht. 2) Das folgende Distichon

Quippe ubi non liceat vacuos seducere ocellos, Nec vigilare alio nomine cedat Amor g

ist der poetische Ausdruck des Gedankens: Besitzest du die Geliebte, so wird auch dein Dichten keinen andern Gegenstand mehr haben, auch deine Nachtwachen werden keinem gelehrten Epos mehr gewidmet sein können.

3) Die Schlussverse sind zu schreiben:

Quare, si pudor est, quam primum errata fatere: Dicere quo pereas saepe in amore levat,

Sie bedeuten:Darum, wenn du dich nicht hartnäckig der besseren Erkenntnis verschliessen willst, bekenne deinen Irrtum, so ferne Liegendes besungen zu haben, währenddas Gute so nahe liegt, denn den Liebes- schmerz zu klagen nicht den Namen der Geliebten