Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung des Propertius / von Professor J. Hetzel
Entstehung
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I., El. 7. u. 9. Diese beiden Lieder gehören, wie nicht ohne Schädigung des Verständnisses zum Teil ver- kannt worden ist, zu denjenigen, in welchen der erotische Inhalt nur die poetische Hülle ist, unter welcher Propertius die Tendenz seines Dichtens, Selbsterlebtes und Selbstempfundenes zum Ausdrucke zu bringen, solchen Freunden gegenüber verteidigt, welche ihm von der Abfassung eines heroischen Epos höheren Ruhm ver- sprechen. In dem siebenten Liede liegt diese Absicht unbestreitbar vor. Spricht Propertius auch anfangs von einem Zwange, seinen Schmerz und sein leidenvolles Leben zu besingen, Sso folgt doch alsbald der Ausdruck des stolzen Bewusstseins, dass dadurch ihm Ruhm gesichert sei bei der empfindenden Mit- und Nachwelt, v. 11 14, und den zweifelnden Freund weist er in v. 15 24 auf die Zeit hin, wo er von Amors Pfeil getroffen, ein rührendes Lied seinen stolzen Epen vorziehen und er- kennen werde, dass er mit Unrecht sich so oft über das vermeintlich zu niedere Streben des Dichters gewundert habe. Diesem Grundgedanken und zugleich der Ein- kleidung in ein erotisches Lied entspricht vollkommen das Schlussdistichon:

Tu cave nostra tuo contemnas carmina fastu: Saepe venit magno fenore tardus amor,

welches darum Bährens nicht mit W. Fischer dieser Stelle entziehen durfte.

Ist die Absicht des Dichters in dieser Elegie klar, so ist dadurch auch für die neunte bezeichnet, welchem