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trotzen, nur ironisch genommen werden könnte, die Unterbrechung des Gedankenganges die- selbe; aus demselben Grunde hilft auch Scaligers Aenderung nicht(te non debes credere), die Lachmann in der ersten Ausgabe lobte. Das Distichon in den überlieferten Worten ist voll- kommen verständlich. Es enthält offenbar einen Einwurf gegen den Vorwurf, den der Dichter eben gemacht hat. Er kann sich selbst aber nicht zurufen, er dürfe dem Gerüchte nicht glauben, da er erstens gesagt, ihm seien die Vergehen Cynthias wohl bekannt, zweitens weiterhin aus- führt, dass nicht er sie darum verdamme. Dieser störende, auch weiterhin nicht berücksichtigte Einwurf ist also hier eingeschoben; er sieht aus wie ein Citat, das ein Leser vielleicht aus einer andern Elegie des Dichters, die nicht erhalten, an den Rand geschrieben hatte.
II(IID, 33. Mit v. 23:
Non audis, et verba sinis mea ludere etc.
beginnt eine neue Elegie. Dass die Situation eine andere ist, ergibt eine aufmerksame Be- trachtung sofort. Ist Cynthia durch das Isisfest in dem Masse, wie v. 2 angibt, in Anspruch genommen, so können wir sie nicht in eben dieser Zeit bis tief in die Nacht hinein bei Wein und Würfelspiel finden. Lachmann hatte sich in der ed. I mit der Trennung in zwei Lieder einverstanden erklärt, wollte aber die Verse 21(wo die damals von ihm gebilligte Conjectur von Heinsius implacata aufzunehmen) und 22 zum zweiten Liede ziehen. Dagegen spricht die deutliche Beziehung derselben— mit noctibus his— auf das erste Distichon; auch dass er, nachdem er das Isisfest verwünscht, schliesslich an Cynthia sich mit der Aufforderung wendet, auch ihrerseits sich von demselben abzuwenden, ist angemessen.
Die Situation, der das zweite Lied gilt, ist in den Versen 23— 26 deutlich geschildert. Den Schluss bilden passend v. 41 und 42. Dagegen ist das folgende Distichon:
Semper in absentis felicior aestus amantes:
Elevat adsiduos copia longa viros nicht an seiner Stelle, und da es auch mit der folgenden Elegie sich nicht verbinden lässt, so ist es als Fragment anzusehen.
II(III), 34. Diese an Lynceus gerichtete, theils launig, theils ernst gehaltene Elegie ist von den Erklärern arg missdeutet und schliesslich nicht aufs beste behandelt worden. Der ernste Freund soll die Eifersucht des Dichters erregt haben! Allerdings wirft ihm Properz neckend eine Annäherung an Cynthia vor mit den Worten:
Cur quisquam faciem dominae iam credit amico?
Sic erepta mihi paene puella meast. Aber nachdem er diesen Gedanken poetisch ausgeführt hat, entschuldigt er den Freund und tritt mit den Versen:
Lynceus ipse meus seros insanit amores,
Solum te nostros laetor adire deos seinem eigentlichen, so anmuthig eingeführten Thema näher: Ihm, dem ernsten Verehrer des philosophischen Lehr- und des Heldengedichtes, preist er die elegische Dichtung, das Lied des Callimachus und des Philetas. Habe doch selbst Vergil, dessen Grösse er anerkennt, auch erotische Lieder gedichtet, die seiner würdig seien, und ebenso habe eine Reihe von gefeierten Dichtern der Zeit sich darin ausgezeichnet, denen er sich mit Selbstgefühl anschliesst.
Heimreich(Quaest. Propert. Bonn. p. 46 etc.) macht aus El. 34 zwei Gedichte. Die Trennung hat aber zur Folge, dass 1) dem zweiten Gedichte der Anfang fehlt, 2) dass auch das erste Gedicht theilweise unverständlich wird. Der Grund gegen die Einheit, den Heimreich


