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aus v. 47— 50 herleitet, widerlegt sich leicht. Soll das nicht Scherz sein können, wenn Properz dem offenbar nicht so leicht für die entgegengesetzte Ansicht zu gewinnenden Freunde sagt: „Ich weiss, so leicht beugst du dich nicht unter Amors Joch; ich werde, so widerspenstig du bist, dich vorher bändigen müssen!“ Ueberhaupt ist es unrichtig, dass der mit v. 23 beginnende Theil durchaus ernst gehalten sei. Diese Auffassung hat die unglaubliche Behauptung zur Folge, dass Properz lehre: nil valere philosophos, centemnendum esse cum poetis et tragicis et epicis Homerum. Heimreich sucht freilich für die Beziehungen auf den ersten Theil eine andere, aber offenbar überflüssige Erklärung. Es heisst:
Nil iuvat in magno vester amore senex
und Tu non Antimacho, non tutior ibis Homero:
Despicit et magnos rceta puella deos.
Preilich ist dies der launige Ausdruck eines ernsten Gedankens, dass nämlich die Elegie nicht minder die Herzen rühre und ergreife, und besonders die der Frauen, wie jene gefeierten Ge- dichte des Homer und Antimachus. Und ganz angemessen ist es, dass der Dichter nicht durch trockne Argumentation, sondern durch ein erotisches Gedicht dem Freunde die lyrische Poesie empfiehlt.
Heimreich sucht ferner zu erweisen, dass das Lob Vergils(v. 59— 86) nicht von Properz herrühre. Es kann schon an sich nicht auffallen, wenn gerade einem Freunde des epischen Gesanges gegenüber Properz seine Anerkennung des Dichters ausspricht, dessen Lob damals in aller Munde gewesen sein muss. Sollte Propertius allein für dessen Lied von der Grösse Roms unempfindlich gewesen sein? Hat er nicht selbst davon gesungen? Und ist es von dem Freunde des Mäcenas so auffallend, dass er den Dichter, den derselbe besonders begünstigte, und dessen edler, milder Charakter zur Eifersucht herauszufordern wahrlich nicht geeignet war, an einer Stelle preist, wo Grund war die Meinung zurückzuweisen, als ob er dessen hohe Vorzüge verkenne? Hat er doch gerade aus diesem Lob Vergils ein Argument für seine An- sicht herzuleiten gewusst.
Es bereitet ferner nur das Distichon, welches sich auf die Georgica bezieht, v. 76, 77:
Tu canis Ascraei veteris praecepta poetae, Quo seges in campo, quo viret uva iugo
ernste Schwierigkeit und zwar weil das folgende v. 80, 81:
Non tamen haec ulli venient ingrata legenti, Sive in amore rudis sive peritus erit
auf das Gedicht vom Landbau seinem Inhalte nach nicht bezogen werden kann; es werden aber den beiden berühmten Dichtungen, der Keneide und den Georgica, die Bucolica als lyrische Gedichte(darum mit haec— zu meinem Bereich gehörend— bezeichnet) gegen- übergestellt.
Am wenigsten können die Anspielungen auf einzelne Stellen der Bucolica die Stelle verdächtig machen; vielmehr ist gerade diese Art ein Gedicht zu erwähnen die passendste, die ein Dichter wählen konnte.
Was endlich die sieben Pentameter, welche auf ein mehr als zweisilbiges Wort sich
endigen, betrifft, so darf diese Erscheinnng wol bei der Frage über die Zeit und das Buch, 3


