Aufsatz 
Zur Erklärung des Propertius / Hetzel
Entstehung
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cruor) sich entziehen will, deuten die Verse 19 22 hin, in denen er, beglückt durch die wie- dergewonnene Liebe Cynthias, sich selbst zuruft:

Nunc iam, dure, paras Phrygias nunc ire per undas

Et petere Hyrcani litora nota maris,

Spargere et alterna communes caede Penates

Et ferre ad patrios praelia dira Lares. (Warum hier praelia zu lesen, und wie die dunkle Stelle zu verstehen, geht aus dem Zusam- menhang hervor.) Jetzt, der eignen Neigung wieder folgend und mit Cynthia ausgesöhnt, ruft

er aus: Ista senes licet accusent convivia duri: Nos modo propositum, vita, teramus iter.

Wenn er dann sagt: Die kunstreiche Flöte, die bei unseren Gelagen erschallt, ist dem Dienste der Pallas nicht so fremd als man glaubt(denn das bedeutet es doch, wenn es heisst, mit Unrecht habe Pallas die Flöte in den Mäander geschleudert), so passt dazu, dass er Cynthia, deren poetische Begabung er so gerne rühmt, auffordert, mit ihm dem Dienste der Musen sich zu weihen: Liebe sei ja den Musen nicht fremd, sein Talent aber vermöge nichts ohne Cynthia.

Beide Lieder beziehen sich hiernach auf dieselbe Situation und das zweite wird durch die Beziehung auf das erste, freilich auch durch die auf andere, in der jetzigen Anordnung weit entlegenere Lieder verständlich. Das letzte Distichon aber des ersten Liedes, in welchem die Bezeichnung Amors als custos amoris sichtlich aus v. 9 des zweiten Liedes entnommen ist (acer custos), muss nach dem Dargelegten als unächt beseitigt werden, worauf dann kein Grund vorliegt in v. 1 hesterna zu ändern.

II(III), 31. Dies Stück gilt als ein Fragment, in welchem offenbar die Verse 5 8 erst nach v. 16 folgen dürfen. Es beschränkt sich indessen und dies ist für die Herstellung der ganzen Elegie, um die es sich hier handelt, von Wichtigkeit die Verschiebung nicht auf diese Verse. Am Anfange des folgenden Stückes ist anstössig, 1) dass in v. 1 das Object zu qui videt unausgesprochen bleibt, 2) dass in v. 7 mit hoc loco auf einen Ort hingewiesen ist, der nur errathen werden kann. Schiebt man die Verse 710 vor v. 1 ein, so erledigen sich damit beide Punkte, und es schliesst sich das Stück 32 ohne Schwierigkeit an 31 an, wobei nicht zu übersehen ist, dass sowohl der G. als der N. beide Stücke verbinden. Hic locus ist der mit Begeisterung geschilderte Apollotempel mit seinem Porticus; qui videt weist hin auf turba, cum videt accensis devotam currere taedis; endlich begründet nam quid Praenesti dubias, o Cynthia, sortes petis den in dem vorangestellten v. 8 geäusserten Argwohn.

V. 16 ist ohne Zweifel mit Heinsius zu lesen

Cum subito Triton ore refundit aquam. Die Aenderung ist unbedeutend, und der Sinn, welchen die Natur der Sache fordert, so klar, dass Scaliger das überlieferte recondit sogar so verstehen zu müssen meinte, dass es das Gegen- theil von condit bedeute..

Grössere Schwierigkeit bereitete v. 25 und 26:

Sed tu non debes inimicae credere linguae:

Semper formosis fabula poena fuit. Diese Verse treten zwischen den Satz:Es verletzt mich ein jüngst über dich verbreitetes Gerücht und die Angabe, worin dies Gerücht bestehe. Auch wenn man mit Lachmann(ed. II) statt credere schreibt cedere, so ist, abgesehen davon, dass die Aufforderung, dem Rufe zu