Aufsatz 
Zur Erklärung des Propertius / Hetzel
Entstehung
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noch Waffen zu fürchten: Tod bringe ihm nur die Untreue der Geliebten, und noch aus der Unterwelt würde ihn ihre wiedererwachende Liebe zurückrufen.

Was nun die Situation betrifft, auf welche dies Lied sich bezieht, so ist die Beziehung auf dieselben Umstände nicht zu verkennen, unter denen die Elegie I, 8 geschrieben ist. Wie dort das Lied I, 8a(1 26), so soll hier Elegie 26(1 20) Cynthia abhalten, einem Nebenbuhler über das Meer nach IIlyrien zu folgen; wie dort das Lied I, 8 b(27 46), so spricht hier die Elegie 26, 21 58, 27 die Freude über den geänderten Entschluss Cynthias aus.

II(IIDI, 29. Der Hexameter des letzten Distichons ergibt in der überlieferten Lesart keinen Sinn. Kochs Conjectur(in den Symbola philologorum Bonnensium S. 323): Sic ego tam sancti excludor speculator amoris weicht zu sehr von den Handschriften ab und gibt einen Ge- danken, der nur dem zweiten Theil des Gedichtes entspricht(von v. 23 an: Mane erat, et volui, si sola quiesceret illa, visere). Dagegen schliesst sich Burmann, welcher vorschlägt:

Sic ego tam sancti custode eludor amoris

enger an das Ueberlieferte an und zieht mit dem Gedanken:So hat Amor, über eine so treue Liebe wachend, seinen Spott mit mir getrieben das Resultat des Ganzen. Uebrigens sind beide Schlussverse verdächtig 1) weil sie mit hesterna in v. 1. nicht stimmen, 2) weil der Satz: Ex illo felix nox mihi nulla fuit auch zu der Anrede: mea lux, die nicht bloss Liebe, sondern glückliche Liebe ausdrückt, nicht passt, 3) weil der Grundgedanke des Gedichtes durch die in diesem Distichon enthaltene Auffassung(welcher Lesart man auch folge) statt ausge- sprochen zu werden verwischt wird. Den letzten Grund schlage ich am höchsten ein. Ich führe zunächst an, dass der Grundgedanke, der sich aus dem Gedichte selbst und aus dessen Beziehung zum folgenden Liede ergibt, ist: Ich wollte der Liebe entfliehen: Amor selbst führte mich zu Cynthia zurück.(Dass die Zurückweisung Nebensache ist, zeigt die folgende Elegie.) Der Gedankengang beider Lieder ist folgender. 29: Der Dichter, von einem Gelage heimkehrend, wird von einer Schaar von Liebesgöttern, die ihn beschuldigen, er habe sich ihrer Herrschaft ganz entziehen wollen(Intereat, qui nos non putat esse deos!), gefesselt zu Cynthia zurückgeführt. Er findet sie, deren Treue er misstraut hatte, allein, und sie erscheint ihm schöner, als je zuvor. Aber zürnend über seinen Argwohn stösst sie ihn zurück. Damit kann das Lied schliessen, und es darf dies nicht mehr auffallen, als wenn in I, 3 nach der Schil- derung der zürnenden Geliebten der Dichter ohne Reflexion abbricht.

Wenn dieses Lied in poetischer Anschaulichkeit die Rückkehr des Dichters zu der Leidenschaft, der er sich hat entziehen wollen, schildert, so spricht die 30ste Elegie es aus, in welcher Weise er zwischen dem früheren und dem letzten Entschluss vermittelnd inneren Frie- den zu finden sucht. Er habe versucht, sich der Herrschaft Amors zu entziehen. Das sei ver- geblich gewesen; aber dem Zurückkehrenden sei auf seine Bitten verziehen worden. Dass eine Aussöhnung erfolgt ist, beweist auch das Weitere. Dass die Gründe, die ihn bestimmten, sich von der Leidenschaft frei zu machen, solcher Art waren, wie der II, 3, 7 angeführte:

(Quaerebam,) si possem studiis vigilare severis, geht aus mehreren Stellen unseres Liedes hervor, wo Vorwürfe freilich in mildester Fassung erwähnt werden, die nicht bloss Andere ihm gemacht haben mögen(cf. v. 13 u. 43). Aber auch auf den Schmerz, den ihm Cynthias Untreue bereitet hat, und dem er bald mag dies auch dichterisch übertrieben sein durch die Flucht in ferne Länder, wie es später die Elegie IV, 21(Magnum iter ad doctas proficisci cogor Athenas, ut me longa gravi solvat amore via) schildert, bald durch den Tod(II, 8, 25: Mecum moriaris oportet, hoc eodem ferro stillet uterque