Aufsatz 
Zur Erklärung des Propertius / Hetzel
Entstehung
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dung vorzunehmen, die doch sicherlich nicht zwei vollständige Lieder ergibt. Das Ganze be- steht also aus folgenden Theilen: 17, v. 1 12, 15, 16, 13, 14; 18, v. 5 20, 23 38. Es ver- steht sich, dass nunmehr die handschriftliche Lesart iuvat in v. 13 nicht geändert werden darf. Die Situation scheint die in der 16ten Elegie gezeichnete zu sein. Der Dichter klagt, dass Cynthia unter falschen Vorwänden ihn fernhalte; was hätte er von ihrer Treue zu hoffen, wenn er nicht mehr in der Frische der Jugend vor ihr erschiene? Und doch erwarte auch sie das Alter, das ihr alle Schönheit nehmen werde. Suche sie diese doch schon jetzt thörichter Weise durch Kunst zu erhöhen. Für ihn brauche sie das nicht, der ihr so innig, wie es nur ein Sohn oder Bruder könne, zugethan sei. Möge sie aber nicht für andere sich schmücken; denn täu- schen werde sie ihn nicht. So der Gedankengang. Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgehen, dass der Gedanke des letzten Distichons:

Credam ego narranti(noli committere) famae:

Et terram rumor transilit et maria auf den Anfang:

Mentiri noctem, promissis ducere amantem zurückweist.

II(IID, 23, 23 u. 24. Libertas quoniam nulli iam restat amanti, Nullus liber erit, si quis amare velit.

Mit Recht sagt L. Müller, der hier im Wesentlichen der Interpunction Lachmanns folgt, v. 24 enthalte dasselbe, wie v. 23. Daraus folgt aber, wie auch Jacob richtig bemerkt, dass er jeden- falls nicht im Verhältniss des Nachsatzes zu ihm stehen kann; wohl aber kann er, beigeord- net, mit Nachdruck den Gedanken wiederholen. Es muss also nach amanti nicht Punkt oder Kolon, sondern Komma stehen. So ist der Vers zu verstehen, dessen Aechtheit ich übrigens nicht vertheidigen will; denn dass die Stelle Schaden gelitten hat, zeigt auch der bis jetzt nicht genügend erklärte Anfang der folgenden Elegie. Eine ähnliche Construction am Schlusse einer Elegie findet sich indessen II(III), 25:

Haec atque illa mali vulneris una viast,

Cum satis una tuis insomnia portet ocellis,

Una sit et cuivis femina multa mala.

II(IID), 27. Von diesem Stück sagt Puccius: In codice antiquo una est haec elegia cum superiore. Auch ohne diese Notiz leuchtet ein, dass wir hier nicht eine ganze Elegie vor uns haben. Denn der Hauptgedanke:

Solus amans novit, quando periturus et a qua

Morte, neque hic Boreae flabra neque arma timet, ist Ausdruck einer momentanen Empfindung, die motivirt sein müsste. Sie ist es durch die Situation, welcher sowohl diese Verse, als 26, 21 58 und ebenso als besonderes Lied 26, 1 20 angehören. Nimmt man nämlich an, dass vor dem Verse 1. unseres Stückes ein Distichon ge- standen, das im Gegensatz zu 57 und 58 den Gedanken von 45: Sed non Neptunus tanto crudelis amori wieder aufgenommen hätte, so ist der Zusammenhang mit dem vorhergehenden Stücke hergestellt. Das Ganze aber ist erstens der triumphirende Ausdruck der Freude über einen Beweis treuer Liebe Cynthias, die das Talent des Dichters höher gestellt als die grössten Schätze, zweitens ist der Gedanke ausgeführt, dass wie Cynthia ihm treu sei, so er ihr auch über das Meer zu folgen bereit sein würde; vereint hätten sie keine Gefahr zu fürchten; sie ständen unter dem mächtigen Schutz der Götter. Nicht ängstlich brauche der Liebende, wie andere Sterbliche, zu erforschen, welche Gefahren ihm den Tod bringen würden; er brauche nicht Stürme