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das das Ganze nicht unversehrt ist. Es lässt sich nämlich nicht verkennen, dass die letzte Stelle entbehrt werden könnte; aber die Zugehörigkeit zum Vorhergehenden ist besonders durch das letzte Distichon:
Sed frustra mutos revocabis, Cynthia, Manes:
Nam mea quid poterunt ossa minuta loqui? erwiesen, welches derselben Situation und Stimmung angehört. Aber wie steht es mit dem Zusammenhang dieser letzten Verse(43— 58) unter einander?
Der Wunsch, schon in der Wiege gestorben zu sein, wird mit der Sentenz begründet:
Nam quo tam dqubiae servetur spiritus horae? Diese wird dann durch das Beispiel Nestors in aller Breite erläutert. Hätten wir eine Begrün- dung des traurigen Wunsches in diesem an Cynthia gerichteten Liede nicht vielmehr aus dem besonderen Schicksale des Dichters, als aus allgemeiner Betrachtung des menschlichen Lebens zu erwarten? Und wie kann hierauf der Zuruf an Cynthia folgen: Dennoch wirst du noch manchmal um den Verlust des Freundes weinen? Noch mehr: auch dieser Satz erhält eine Begründung:
Fas est praeteritos semper amare viros, die wie eine hohle Phrase klingt und auch durch das mit testis— allerdings einer dem Dichter geläufigen Formel— eingeleitete Beispiel der um Adonis trauernden Venus nicht an Beweis- kraft gewinnt. Ich glaube nicht zu weit zu gehen, wenn ich annehme, dass diese Stelle, stark beschädigt, ihre jetzige Gestalt durch einen oberflächlichen Wiederherstellungsversuch erhalten hat. Vielleicht ist hier nichts ächt, als folgende Fragmente:
43. Atque utinam primis animam me ponere cunis Jussisset quaevis de tribns una soror! Nam quo tam dubiae servetur spiritus horae?
51. Tu tamen amisso non nunquam flebis amico.
57. Sed frustra mutos revocabis, Cynthia, Manes: Nam mea quid poterunt ossa minuta loqui? II(IID, 16, 23— 26. Non quia septenas etc. Diese beiden Distichen haben bis jetzt keine Erklärung zugelassen, die befriedigen könnte. Alle Schwierigkeiten heben sich, wenn man die seit Beroaldus verlassene Lesart der Hand- schriften peccarim, welche durch das sonst unerklärliche testor te geschützt wird, wiederherstellt und die Verderbniss an anderer Stelle sucht. Beide Distichen beginnen mit non quia, der da- zu gehörige Nachsatz muss ergänzt werden. Es liegt daher die Annahme nahe, dass an einer von beiden Stellen diese Worte anstatt eines andern Anfanges eingeschlichen sind. Ich schreibe, zugleich den Zusammenhang mit dem vorhergehenden Distichon herstellend: 21. Nunquam venales essent ad munus amicae, Atque una fieret cana puella domo, Nec tu septenas noctes seiuncta cubares(so R), Candida tam foedo brachia fusa viro, Non quia peccarim, testor te, sed quia vulgo Formosis levitas semper amica fuit.
II(IID), 16, 41 u. 42. Caesaris haec virtus et gloria Caesaris haec est: Illa, qua vicit, condidit arma manu.
Dieses Lob des Augustus unterbricht in der störendsten Weise den Zusammenhang. Der Hexa- 2*


