Aufsatz 
Zur Erklärung des Propertius / Hetzel
Entstehung
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II(IID, 10. Heimreich in den Quaest. Bonn. p. 29 ff. hat dieses Gedicht mit IV, 9, 47 58 in Verbindung gebracht. Ich bemerke hier vorläufig, dass ich nicht beistimme, die Be- gründung behalte ich der Besprechung der letzteren Stelle vor. Wenn er aber in III, 10 die Verse 21 26 an den Anfang versetzt, so ist erstens dagegen zu erinnern, dass dann eine Be- zeichnung des Augustus, der nicht blos der Angeredete, sondern auch hier der Gefeierte ist, in diesen Zeilen nicht fehlen dürfte, die eben darum nur an ihrer jetzigen Stelle verständlich sind, zweitens, dass der allerdings auffallende, aber doch vollkommen verständliche Anfang mit sed, welche Partikel hier das Abbrechen der vorigen Reihe und das Einlenken in eine neue Bahn nachdrücklich bezeichnet, mehr in der Art des Dichters ist, als die matte, jede grosse Erwartung bedächtig ablehnende Einleitung, welche Heimreich vorschlägt.

Ich halte diese Verse durchaus nicht für ein Fragment. Wenn die Stelle, welche die- sem kurzen Gedicht gebührt, auch bis jetzt nicht gefunden werden konnte, so kann man doch über den Gedankengang nicht in Zweifel sein. Properz bringt dem siegreichen Augustus bei Anlass einer Feier seiner Thaten eine einfache Huldigung dar. Solche Thaten, sagt er, müssen den Dichter zur Verherrlichung auffordern, auch wenn seine Kraft so Grossem nicht gewachsen ist. Ja, er werde Kriege besingen, da Cynthia besungen sei. Zu einem ernsteren erhabeneren Liede wolle er sich erheben. Der Preis von Augustus Thaten werde ihn einst zum grossen Dichter machen. Jetzt bringe er nur eine kleine Dichtergabe dar; denn noch habe er sich nicht an jenen grossen Aufgaben des epischen Liedes versucht.

Schwierigkeiten sind indessen vorhanden. Das Distichon v. 7, 8:

Aetas prima canat Veneres, extrema tumultus:

Bella canam, quando scripta puella meast sagt allerdings geradezu, dass der Dichter jetzt dem epischen Liede sich zuwenden wolle, denn Cynthia sei hinlänglich besungen; ja er motivirt sogar den Entschluss gewissermassen, indem dem höheren Alter eine andere Aufgabe gestellt wird, als der Jugend. Aber diescr Ausspruch charakterisirt sich doch durch die folgenden Verse als lyrischer Ausdruck momentaner Empfindung:

Vates tua castra sequendo

Magnus ero, servent hunc mihi vata diem! Hier wird ja die Ausführung des kühnen Entschlusses einer unbestimmten fernen Zukunft zu- gewiesen. Heute, so sagen die folgenden von L. Müller mit Unrecht abgesonderten Verse, huldige ich nur dem bescheidenen lyrischen Liede. Die von Heimreich geforderte Ausscheidung der Verse 7 und 8 würde den Gedankengang nicht wesentlich ändern; auch ist die Unächtheit damit nicht erwiesen, dass der Plural von Venus sonst bei Properz nicht vorkommt. Veneres liest man ohne Anstoss bei Catull; warum also nicht auch hier, wo es als Gegensatz von tumultus geradezu gefordert werden muss?

In Vers 25 bietet das von Müller anstatt etiam aufgenommene etenim das, was der Gedankengang fordert.

II(IID, 13. Dass v. 1 16 ein Lied für sich bilden, wie die Herausgeber seit Lach- mann annehmen, ist ebenso sicher, als dass die übrigen Verse auch der Stimmung und der vorausgesetzten Situation nach sich nicht daran anschliessen. Dass mit quando quidem igitur eine neue Elegie beginne, ist bei Properz denkbar; aber sicherlich weist igitur dann auf ein anderes Gedicht zurück, an dessen Inhalt eine neue Gedankenreihe angeknüpft wird. Wie die- ser Anfang, so weist der Zustand, in welchem die Verse 4358 überliefert sind, darauf hin,