trennen und können als ein Ganzes gelten, das sich jedoch auf dieselbe Situation bezieht, wie das Uebrige. Aber nimmermehr können die folgenden Verse dazu gerechnet werden. Der Gedankengang würde sein:„Dasselbe Schwert soll dich und mich durchbohren. Zwar ist es schimpflich für mich, dich zu tödten; aber auch Achilles hat, als ihm Briseis geraubt war, seine Waffen schimpflich— ruhen lassen. Ist es also ein Wunder, wenn über mich, der ich nicht wie er, ein Held und Sohn einer Göttin bin, Amor triumphirt“! Man wird zugestehen, dass man einem Properz, dem eine solche Fülle von Beispielen aus der Sage zu Gebote steht, eine so unpassende Vergleichung nur zutrauen kann, wenn— man muss. So ungünstig steht die Sache aber nicht. Wohin diese Verse gehören, zeigt v. 29:
Ille etiam abrepta desertus coniuge Achilles, wo die Worte abrepta coniuge so deutlich auf die erste Zeile des Ganzen Eripitur nobis iam pridem cara puella
zurückweisen, dass die Zusammengehörigkeit sich kaum verkennen lässt. Ich glaube, folgende Eintheilung spricht für sich selber und macht Erklärungskünste überflüssig:
1) 1. Pripitur nobis iam pridem cara puella, Et tu me lacrimas fundere, amice, vetas! Nullae sunt inimicitiae nisi amoris acerbae: Ipsum me iugula, lenior hostis ero. Possum ego in alterius positam spectare lacerto? Nec mea dicetur quae modo dicta meast?
29. Ille etiam abrepta desertus coniuge Achilles
Cessare in tectis pertulit arma sua. Viderat ille fugas, fractos in littore Achivos Fervere et Hectorea Dorica castra face, Viderat informem multa Patroctum arena Porrectum et sparsas caede iacere comas, Omnia formosam propter Briseida passus: Tantus in erepto saevit amore dolor. At postquam sera captivast reddita poena Fortem idem Haemoniis Hectora traxit equis. Inferior multo cum sim vel matre vel armis, Mirum, si de me iure triumphat Amor?
2) 7 10. 3) 11, 12. 4) 13, 14. 5) 15, 16. 6) 1728.
Die Fragmente 2—5 können zu einem Gedichte gehören. Wir hätten demnach hier drei Elegien, die sich auf dieselbe Situation beziehen, der auch das nächste Lied noch angehört.
II, 9. Dies Gedicht ist von besonderer Wichtigkeit wegen der deutlichen Beziehungen, in denen es zu andern Elegien steht. Anlass oder Vorwand zu einem Zerwürfniss hat nach v. 19, 20 und nach v. 29 etc. eine Abwesenheit des Dichters, wahrscheinlich die I, 15 und 17 erwähnte Reise gegeben. V. 23:
Hic etiam petitur, qui te prius ipse reliquit
scheint auf den untreuen Freund hinzudeuten, von dem das sicherlich der frühesten Periode angehörende kleine Lied IV, 20 spricht. Endlich ist eine schwere Krankheit Cynthias erwähnt v. 25— 28, ohne Zweifel die, von welcher die Lieder III, 28 handeln. Ich erwähne diese Be- ziehungen, weil sie zeigen, wie sehr die jetzige Ordnung von derjenigen abweicht, welche ur- sprünglich das Verständniss der Elegien begünstigt haben muss.
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