Aufsatz 
Zur Erklärung des Propertius / Hetzel
Entstehung
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eines alten Geschlechtes war, erschallen jetzt Schandlieder; und doch lässt jene sich nicht bestimmen ihren Ruf zu schonen. Damit schliesst der erste Theil, der die vitia dominae be- handelt, und es folgen fletus amantis. Es kann demnach auf das zusammenfassende Distichon:

Sic ego nunc dominae vitiis et semper amantis Fletibus aeterna differor invidia,

nichts weiter folgen.

I, 21, 5. Die Lesart des Neapol. ist hier durch den Groning. hinreichend bestätigt, so dass die von Lachmann, Haupt und L. Müller angenommene als das handschriftlich Ueber- lieferte gelten kann:

Sic te servato, ut possint gaudere parentes,

Nec soror acta tuis sentiat e lacrimis. Uebrigens zeigt im Gron. eine Lücke an der Stelle von ut, dass dies anstössig erschien, und statt nec hat der Neapol. und zwei andere Handschriften ne. Dennoch hatte Puccius, oder wem er gefolgt ist, Grund herzustellen, wie auch Jacob aufgenommen hat:

Sic te servato possint gaudere parentes,

Haco soror acta tuis sentiat e lacrimis,

Diese einfache Bitte passt mehr in den Mund des sterbenden Gallus. Der Lage des einer schrecklichen Niederlage entkommenen, mit von Thränen geschwollenen Augen vorübereilenden Kriegers ist so, dass ihm wohl gewünscht werden kann: Möge deinen Eltern die Freude deiner Rettung werden, nicht aber: Mögest du so dich retten, dass deine Eltern sich freuen können. Ferner kommt der Wunsch zu spät(eben der turgentia lumina wegen), die Schwester möge nicht schon aus seinen Thränen das Geschehene ahnen. Dagegen ist es menschlich, dass Gallus bittet: Berichte, mein Loos beweinend, meiner Schwester meinen Untergang.

II, 1. Heimreich hat in seinen ersten Quaestiones Propertianae S. 35 über dies Gedicht Betrachtungen vorgebracht, die mich nicht überzeugen können. Der Wechsel der Empfindungen ist weder so schroff, noch in Betracht der Ausdehnung der Elegie so störend, dass die Ab- schnitte 1 56 und 57 78 nicht ein Gedicht bilden könnten. Es ist sogar unrichtig, dass im ersten Theile eine durchaus freudige Stimmung herrsche; v. 47.

Laus in amore mori, laus altera, si datur uno

Posse frui: fruar o solus amore meo! lässt es ganz unentschieden, welcher Ruhm ihm zufallen werde, wenn auch an den ausge- sprochenen Wunsch weiterhin der Ausdruck der Hoffnung sich anreiht:

Si memini, solet illa leves culpare puellas,

Et totam ex Helena non probat Iliada. Es schliesst sich ferner v. 57 etc. so genau an das Vorstehende an, dass man zum zweiten Theil ganz wohl noch die drei vorhergehenden Disticha(51 56) hinzunehmen könnte; dem ersten würde allerdings dann der Abschluss fehlen. Sicherlich weist aber auf das Distichon:

Una meos quoniam praedata est femina sensus,

Ex hac ducentur funera nostra domo der Schluss des Ganzen 71 ff. deutlich genug zurück:

Quandocunque igitur vitam mea fata reposcent

Et breve in exiguo marmore nomen ero etc.

Auch die Umstellung von v. 11 und 13 kann ich nicht billigen: tum vero kommt dem zweiten,