Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte des ehemalign lutherischen Gymnasiums zu Hanau / C. Herwig
Entstehung
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*½.

Das Manuſcript wurde vor mehreren Jahren durch ihn vom Untergang(als Tutenpapier) gerettet. Es enthält auf 146 ſehr eng geſchriebenen Quart⸗Seiten mit 12 Seiten Beilagen und 28 Seiten Anhang eine Kirchengeſchichte von Hanau von den erſten Anfängen des Chriſtentums vor Bonifacius bis zum Jahre 1735, wo es mit den Worten abbricht: biß hierher ausgearbeitet an. 1735 den 15. Januar. Es war zum Druck beſtimmt und beinahe ganz druckfertig. Der Verfaßer deſſelben ſt der gelehrte Johann Adam Bernhard, der Verfaßer der antiquitates Wetteraviae, der 18 Jahre lang von 17181736 Rector der hieſigen lateiniſchen Schule war und weiter unten als der dritte Rector aufgeführt iſt. Daß das Manuſcript nicht zum Druck kam, erklärt ſich aus der veränderten amtlichen Stellung des Verfaßers, da derſelbe 1736 von Landgraf Wilhelm VIII. von Heſſen⸗Caſſel zum Archivrath ernannt wurde. Die Schrift zeugt nicht nur von großer Gewißenhaftigkeit und ſorgfältiger Benutzung einer Menge ihm zu Gebot geſtandener authentiſcher Urkunden, ſondern auch von frommer Geſinnung.

In dieſem Manuſcripte heißt es S. 46:

Dieſer Arbogaſt ſoll nun von dem Capitone u. Bucero von Strasburg anhero ſeyn geſchickt worden, um der Reformation einen anfang zu machen. Wie wenig aber daran ſeye, will ad oculum demonſtrieren. Bucerus und Capito kamen erſtmals an. 1523 nach Strasburg, wie alle, ſo von ihnen geſchrieben, ein⸗ ſtimmig ſind. Und ſo war auch noch in demſelben iahr altum silentium in denjenigen ſtücken, wann alſo obiges auch ſchon ſeine richtigkeit hätte, darinn beyde Lehrer nachmalen von Luthero dissentirt haben, ja ſie machten erſt das iahr darauf an. 1524 ſich durch ihre ſchriften bekannt. vid: Scultetus in Annal. evang. Decad. 1. p. 235. Dann ſo war Arhogastus in dem iahr 1523 da beſagte zwey Lehrer nach Strasburg kamen, ſchon in Hanau und wurde den 24. Sept. zum Meßprieſter beſtellet. Wäre er alſo in dieſem iahr von ienen hergeſchickt worden, ſo würde folgen, daß es damals um Buceri und Capitonis Lehrſätze noch ſchlecht außgeſehen, indem ſie nicht einen Lehrer hergeſand, der von dem wiederaußgehenden evangelio unterrichtet, ſondern vielmehr gewillet geweßen, bei ſeinen hergebrachten Päbſtlichen principiis zu bleiben.

Den beſten außſchlag, werde in der ganzen Sache geben können, wann des Arbogasti revers, welchen unter meine eigene M. S. zehle, hier einrücke, es lautet aber derſelbe nach ſeinem völligen innhalt alſo:

Ich Arnoldus(nicht Adolffus) Arbogasti von Strasburg, Prieſter der Sanct Marien Magdalenen Kirche in Hanawe Mainzer Dioceſe ſchwere....(hier folgt die ganze Formel wie ſie von Graf Reinhard behufs der Verpflichtung der Prieſter in lateiniſcher und deutſcher Sprache aufgeſetzt war.)

Item ſchwere das ich nit heiſchen werde noch will ich einche abſentz von gemelter meiner Vicary, noch meine Herren anſtrengen inn oder vſſerhalb geiſtlichem oder weltlichem Gericht, eincher wyſſe jnn oder vſſer Rhomiſchem Hoffe ꝛc. ꝛc. Als mir Got helff vnnd der heiligen euangelien vffrichter. ¹)

Auf eben dem Zettull, darauf dieſer revers ſtehet, folget ſeine Inſtallation, ſo an eben dem Tag geſchehen. ²*) Und zzwar geſchahe dieſe Vorſtellung des Arbogasti den Tag darauf da Graf Philipp den 23. Sept vorher ſeine ganze clerisey vor ſich kommen laßen,(um ſie zu Abſtellung der zu Streit, Völ⸗ lerei und Aergernis veranlaßenden Feſtmahlzeiten an Oſtern, Pfingſten, Allerheiligen und Weihnachten, und zu beßerer Vorbereitung auf die Verkündigung des Wortes Gottes an den Predigttagen(diebus predica- bilibus) zu ermahnen.) ³)

¹) Brammerell weitere Ausführung ꝛc. beylagen Lit. I. u. K.)... juro deinceps quod non petam nec petere volo aliquam absentiam de prefato meo beneficio nec dominos meos molestabo in judicio vel extra spirituali

vel seculari quovismodo in vel extra romanam curiam.... ut me Deus adiuuet et sanctorum evan- geliorum conditores.. ¹) Sie iſt alſo excerpirt:... Item prefatus Arnoldus Arbogasti de Argentina artium magister recepit possessio-

nem sue prebende altaris sancti Nicolai in Kintstorff et plebanatus 24 die mensis Septembris anno 1523 presentibus venerabilibus et honorabilibus Dominis etc. per Ioannem Strube decanum investitus etc. ³) Bernhard Manuſcr. S. 40.