Aufsatz 
Ueber einige geologische Fragen / von Ferd. Henrich
Entstehung
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torialhalbmesser des Saturn 7840 Meilen, übertrifft also mehr als 9 mal den Halbmesser der Erde, während sich seine Rotation in 10 Stunden 29 Minuten absolvirt. Wir können also schon a priori vermuthen, dass diese beiden Planeten eine sehr starke Abplattung besitzen werden; und in der That beträgt solche am Jupiter ¼l und am Saturn etwas weniger als 1⁰1, oder der Polarhalbmesser verhält sich zum Aequatorialhalbmesser bei jenem wie 16:17, bei diesem fast wie 9: 10, wäbrend bei unserer Erde dieses Ver- hältniss das von 298: 299 ist. Jeder Pol des Jupiter liegt also um 555 und jeder Pol des Saturn um 770 Meilen dem Mittelpunkte seines Planeten näher, als irgend ein Punkt des betreffenden Aeduators. Wollte nun Mohr seine Theorie der Abplattung auch auf diese beiden Planeten anwenden, so müsste er auf ihnen gleichwie auf unserer Erde einen starren, ursprünglich kugelförmigen Kern annehmen, welcher anfangs von einem tiefen, ähmlich gestalteten Meere umfluthet wurde, wobei freilich das starre Material des Kerns, ebenso wie das flüssige Material des Meeres eine von den Gesteinen und von dem Meere unserer Erde himmelweit verschiedene Beschaffenheit gehabt haben müsste, weil die mittlere Dichtigkeit des Jupiter nur ½¼ und jene des Saturn nur 11 der mittleren Dichtigkeit unserer Erde peträgt.

Nachdem die Rotation eingetreten war, fand eine Scheidung des Festen von dem Flüssigen statt; es entstanden ein äquatorialer Ocean und zwei polare Continente, deren Aufragen über der Verlängerung des oceanischen Ellipsoids freilich nach hun- derten von Meilen zu bpemessen sein würde, welche aber dessen ungeachtet durch die Erosion zerstört und deren Schuttmassen in das äduatoriale Meer hinausgeschwemmt und dort angchäuft wurden.

Zu diesen Bemerkungen Naumanns füge ich die folgenden. Wenn die Erde ur- sprünglich rund war und sich nicht um ihre Axe drehte, so kann sie später eine Drehung nur durch einen Stoss erhalten haben. Durch den Stoss zweier unelastischen Körper, und als solche können wir die Erde und den mit ihr zusammengetroffenen Körper annähernd betrachten, entsteht stets ein Arbeitsverlust der zum grössten Theile in Wärme umge- setzt wird.

Wohin ist diese Wärme gekommen? Wenn die Bewegung der Erde durch einen Stoss veranlasst wurde, so ist es höchst wahrscheinlich, dass die Erde ganz stille stand, als sie sich noch nicht um ihre Axe drehte; sie müssté sonst schon vorher einmal gestos- sen worden sein, und zwar so, dass sie eine geradlinig fortschreitende Bewegung ohne Rotation angenommen hätte. Unter allen zu einander parallelen Stössen, die nach der Erde geführt werden können, gibt es aber nur einen einzigen, der ihr eine geradlinig fort- schreitende Bewegung ohne Rotation ertheilen kann. Dieser eine Stoss geht durch den Schwerpunkt der Erde. Die Wahrscheinlichkeit, eines solchen Stosses ist verschwindend klein. Drehte sich also die Erde zu einer Zeit nicht um ihre Axe, so drehte sie sich auch nicht am die Sonne. Die Drehung um die Sonne muss aber die Erde von jeher gehabt haben; denn ohne diese wäre sie sogleich in die Sonne gefallen. Polglich bleibt nichts übrig als zwei Stösse anzunehmen, die zu verschiedenen Zeiten gegen die Erde geführt worden sind. Der erste Stoss ging genau durch den Schwerpunkt und veranlasste