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rege. Sofort nahm das flüssige Element die Gestalt eines Sphärids an und die ersten Wellen mögen ein gutes Theil grösser als die oben besprochenen gewesen sein. Die Wassermassen häuften sich vorzugsweise am Aequator an und von hier aus nahm die Tiefe nach Norden sowohl wie uach Süden allmählig ab. Da nun die starre Masse der Erde dem Zuge der Centrifugalkraft nicht folgen konnte, so musste am Nordpol sowohl wie am Südpol nach Mohr ein Gebirg von 3 Meilen Höhe aus dem Wasser hervorragen.
Was ist mit diesem Gebirge geschehen? ¹) Kaum war es aus dem Schaume ge- boren, so stürzten in wilder Hast Ströme von Regen auf es nieder. Die Erosion begann, und der dadurch entstandene Schlamm, Schutt und Sand wanderte in das Meer und wurde weit von den Polen weggeführt. Gletscher entstanden und diese bearbeiteten in ihrer Weise das feste Polland weiter.„Diese Gletscherwirkung“ sagt Mohr„ist um so gewaltiger und tiefer hinabgehend, als die Gebirge den Polen näher liegen. Es müssen also die Abnutzungen um so stärker sein, je mehr die äusseren Kräfte darauf einwirken. Dies bewirkt, dass die Gebirge nach den Polen zu, bei gleicher angenommener Erhebung durch inneres Wachsthum(?) nicht die Höhe der Gebirge in dem warmen Gürtel der Erde erreichen.“ Allmählig wurden diese Polgebirge abgetragen und das Material, das sie geliefert haben, kam durch Strömung nach den äquatorialen Gegenden, wo es sich absetzte, erhärtete und die Anschwellung bildete, die zur Ellipsoidform nöthig ist. Alles dies geschah im Verlaufe vieler, vieler Jahrtausende. Die Rotation bemerkt Naumann er- klärt die Ellipsoidform der Erde auf eine sehr einfache und auf solche Weise, welche in den analogen Verhältnissen anderer Planeten ihre volle Bestätigung findet. Aehnliche Verhältnisse, wie auf unseren Planeten, werden auch auf anderen Planeten gewirkt haben. Sind diese abgeplattet, so fragt es sich, ist ihre Rotationszeit um die eignen Axe grösser oder kleiner als bei der Erde und ist dem entsprechend die Abplattung kleiner oder grösser als die unserer Erde.„Für die Centrifugalkraft,“ sagt Naumann,„gelten aber folgende Gesetze:
1) bei gleichen Rotationszeiten verhalten sich die Centrifugalkräfte direct wie die
Rotationshalbmesser und
2) bei gleichen Rotationshalbmessern verhalten sie sich umgekehrt wie die Quadrate
der Rotationszeiten.
Aus diesen beiden Gesetzen lässt sich folgern, dass im Allgemeinen die Abplattung eines Planeten um so grösser sein wird, je grésser sein Halbmesser und je kleiner seine Rotationszeit ist.
Diese Folgerung wird nun durch die beiden Planeten Jupiter und Saturn in auf- fallender Weise bestätigt. Sie sind die grössten Planeten unseres Sonnensystems, haben aber dennoch eine weit kürzere Rotationszeit als unsere Erde.
Der Aequatorialhalbmesser des Jupiter misst nach Arago 9530 Meilen, ist also 11mal grösser als der Halbmesser unserer Erde, und dennoch rotirt dieser grosse Planet in der kurzen Zeit von 9 Stunden und 55 Minuten um seine Axe. Nach Bessel misst der Aequa-
¹) Nach Naumann betrug die Höhe dieses Gebirges nur 1 ½ Meilen und das ist auch richtig. 2*


