Aufsatz 
Ueber einige geologische Fragen / von Ferd. Henrich
Entstehung
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Wenn wir nun annehmen, dass unter der Oberfläche des Meeres keine mit Luft ge- füllten Hohlräume sein können, so werden wir doch leicht erweisen können, dass bei dieser Art der Thätigkeit das Zurücktreten des Meeres zuerst eintreten muss. Senkt sich ein Meeresboden und drückt den flüssigen Inhalt nebst Sand, Steinen und schmelzenden Schlacken zu der Bruchstelle heraus, so entsteht über dieser ein Wasserberg und in weitem Umkreis um dieselbe wo die Senkung stattfindet eine Vertiefung der Meeresoberfläche u. s. w. Wir wollen noch schnell hören, wie die Höhle unter dem Meeresboden gebildet wird; denn durch fliessendes Wasser, wie auf dem Lande kann sie unmöglich entstehen.Wenn der Meeresboden aus horizontal geschichteten Ablagerungen besteht, die von früheren Bildungen herrühren und auch einmal Pestland waren, so ist denkbar, dass das unter ungeheurem Drucke eindringende Wasser theilweise oder vollständige Lösung bewirken könne. Die Wirkung wird durch Diffusion die Stoffe von unten nach oben ins Meerwasser bringen. Wenn es nun gerade nicht die oberste Schichte, sondern eine zweite und gritte ist, welche dem lösenden Wasser das meiste abgeben muss, so kann sich eine Auswaschung im langen Laufe der Zeiten vollenden und der durch zunehmende Kalkaplagerung immer mehr belastete Boden wird anhaltend den Druck vermehren.

Wenn die Auswaschungen durch Diffusion gebildet werden, so ist durchaus nicht einzusehen wie Sand, der doch nur durch den wechselseitigen Stoss von Steinen unter Bei- hilfe des Wassers sich bilden kann, in diese ausgewaschenen Räume kommen kann. Doch dies ist wahrscheinlich nur ein Versehen. Aber schmelzende Schlacken kommen auch zu der Bruchstelle heraus und hier liegt wohl kein Versehen vor, denn diese müssen heraus- kommen, sonst haben wir keinen Vulkan. Also entsteht die Frage: wie können die sich unter Wasser bilden.

Mohr sagt uns darüber nichts. Er hat vorher die Wirkungsgrösse einer 3 Meilen hohen, einen Fuss sinkenden Säule berechnet und diese Wirkungsgrösse stillschweigend der im Wasser sinkenden Säule beigelegt. Wenn man sich unter dem Meeresboden einen durch Diffusion ausgewaschenen mit Wasser gefüllten Raum denkt, so kann man die Dicke der Scheidewand unmöglich gleich 3 Meilen setzen. Auch muss man bedenken, dass die sinkende feste Säule von ihrem Gewichte soviel verliert als das Volumen des verdrängten Wassers wiegt. Um die Sache für die Mohr'sche Theorie recht günstig zu gestalten, setzen wir die Höhe des durch Diffusion ausgewaschenen Raumes gleich 1000 Meter und nehmen die Dicke der Scheidewand gleichfalls gleich 1000 Meter. Welchen Querschnitt man auch der sinkenden Säule geben mag, ob 10 oder 100 Quadratmeilen, die unter der Säule befindliche Wassermenge kann durch die sich bildende Wärme noch nicht um 49 C. erwärmt werden.

Wenn qurch die gebildete Wärme, Gesteine unter Wasser geschmolzen werden könnten, wie sollten sie über des Meeresniveau kommen? Etwa durch hochgespannte Wasserdämpfe? Bewahre.Die Ansicht von Bischof sagt Mohr, dass Wasserdämpfe unzweifelhaft die Ursache der Hebung der: Laven, der vulkanische Bomben und Rapilli sei, ist demnach nicht aufrecht zu erhalten. Das plosse Vorkommen von Wasserdämpfen in vulkanischen Ausbrüchen beweist nur, dass Wasser mit im Spiele war, aber nicht dass