Aufsatz 
Ueber einige geologische Fragen / von Ferd. Henrich
Entstehung
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oder dass man 4. 44222= 176888 Kilogramm Silicatgesteine ¹) um einen Grad Celsius erwärmen kann, oder dass man die Temperatur von 17689 Kilogramm Silicatgesteine um 10⁰ C. erhöhen kann. Diese 17689 Kilogramm bilden eine 7 Meter hohe Säule, Denken wir uns die ganze Erdoberfläche in Säulen zerlegt und lassen jede Säule einen Meter tief fallen, so ist die entstehende Wärmemenge doch so gering, dass in der Tiefe einer Meile, eine 7 Meter hohe Schichte, die sich um den ganzen Erdball herumzieht nur um 10⁰ C. könnte wärmer werden. Diese Schichte würde die unter und über ihr liegenden Gesteine durch Leitung allmählig erwärmen, und wenn nach einer gewissen Zeit die Wärme gleichmässig bis zur Oberfläche gedrungen wäre, so würden alle Säule, ihre ursprüngliche Temperatur um 0,0040 C. erhöht haben.

Die Annahme des gleichmässigen Auswaschens von Gesteinen in der Tiefe einer Meile ist naturwidrig. Viel naturgemässer ist es, anzunehmen an dem einem Orte wird in der Tiefe von 100 oder 200 Meter, an dem anderen Orte in 500 oder 1000 Meter Tiefe ein Hohlraum ausgewaschen, an einem dritten Orte kann das Wasser nicht eindringen, entsteht folglich auch kein Hohlraum. Hier müsste die Temperatur bis in die grössten Tiefen constant sein. Dieser Fall ist bis jetzt nicht beobachtet worden, spricht daher gleichfalls gegen die Mohr'sche Hypothese. Ist der Hohlraum in 500 oder 1000 Meter Tiefe nicht sehr hoch, so ist die durch Senkung erzeugte Wärme gar zu unbedeutend.

Wollte man trotz alledem annehmen, dass die Erdwärme durch Senkung erzeugt worden sei, so müssten unter der Oberfläche an sehr vielen Orten und in sehr verschie- denen Tiefen Schichten sein, die vorzugsweise durch den Stoss erwärmt worden sind. Unter diesen und über diesen müsste die Temperatur abnehmen, da sie ja die Erwär- mungscentra bilden. Und es ist gewiss nicht Zufall, dass man bis jetzt auch einen solchen Fall nicht constatiren konnte.

Die Temperatur warmer und heisser Quellen erklärt Mohr durch die Reibung, welche das Regenwasser beim Eindringen in die Erde erfährt.Von denjenigen Bädern, welche viele Quellen haben, wie Ems, Wiesbaden, Carlsbad, können wir die ungleichen Tempe- raturen durch die ungleiche Grösse des Hindernisses erklären. Scheint hierin nicht eine bessere Erklärung für die Prdwärme selbst zu liegen? Da Wasser überall in die Erde eindringt, und durch Reibung bis auf 70 oder 800 C. erwärmt werden kann, da ferner die Wärmecapacität des Wassers viermal so gross ist als die der Silicate, so muss im Laufe der Zeiten durch dieses Wasser die Temperatur des Erdinnern bedeutend erhöht werden. Sonach könnte man sich nach folgender Methode heisses Wasser pereiten. In die Röhren einer grossen Wasserleitung bringe man Reiserbündel und lasse das Wasser unter starkem Drucke durchstreichen. Doch habe man Acht, beim Drehen des Hahnes sich nicht die Finger zu verbrennen.

Auch die Vulkane verdanken nach F. Mohr ihr Dasein dem Sinken grosser Erd- massen.DastNeue und Ungewohnte dieser Ansicht, sagt F. Mohr,wird ihrer Annahme nicht günstig sein, obgleich man sonst bereit ist, viel unwahrscheinlichere und mit der

¹) Die specifische Wärme der Silicatgesteine ist ungefähr.