—-— 36—
V. Lehre vom einfachen erweiterten Satze mit praktiſchen Uebungen im Anſchluß an das Leſebuch; orthographiſche und Interpunktionsübungen; 2wöchentlich ein Aufſatz, bisweilen ein orthogr. Extemp. 2 St.— Deklamation 1 St.
IV. Grammatik vom zuſammengeſetzten Satz und Interpunktionslehre, angeſchloſſen an die Lecture; 2 wöch. orthogr. Dictate und Aufſätze(Erzählungen: Nachgebildetes, Selbſterlebtes, Selbſterfundenes) 2 St.— Deklamation, Elemente der Verslehre, 1 St.
III. Leſen mit ſachlicher und ſprachlicher Erklärung, Disponirübungen; Grammatik vom Gebranch der Partikeln, Wiederholung der Interpunktions⸗ und Satzlehre; gelegentlich orthogr. und Interpunktions⸗Ex⸗ temporalien; 3 wöchentl. ein Aufſatz(Beſchreibungen, Schilderungen, Briefe), 2 St. Deklamation, Unterſchei⸗ dung der Versmaße und Dichtungsgattungen, Lectüre von Proben der deutſchen Nationalepen, 1 St.
II. Erklärung poetiſcher und proſaiſcher Leſeſtücke, Disponirübungen, freie Vorträge. Lehre von der Wortbildung, Repetition der Formen⸗ und Satzlehre. Zwöch. ein Aufſatz(hiſtoriſche Darſtellungen, Beſchrei⸗ bungen, Chrien).
I. Ueberſicht des Entwickelungsganges der deutſchen Litteraturgeſchichte, an epochemachende Werke und Schriftſteller angeknüpft. Elemente der mittelhochdeutſchen Grammatik und Lectüre von Proben mittelhochdeutſcher Poeſie, beſonders des Nibelungenliedes— Definir⸗ und Disponirübungen.— Elemente der Logik und Pſycho⸗ logie(nach Rumpel Philoſophiſche Propaedeutik)'. Monatlich ein Aufſatz:[Themata: Das Auge. Die fünf Erkenntnißpforten des Menſchen. Erinnerungen an eine Schulpartie. Jung gewohnt, alt gethan. Ein Spa⸗ ziergang, mit Verwendung naturbeſchreibender Wendungen aus Schillers gleichnamigem Gedichte. Die Sprache des Herbſtes. Die Schrift. Die Hand. Mit welchem Rechte weiſt Tell den Johann Parricida von ſeiner Thür? Der Staat ein Mechanismus oder ein Organismus? Ziel und Nutzen der Naturwiſſenſchaften. (Abit. Aufſatz).]
Privatim verſammelten ſich wöchentlich einmal 2 Stunden lang die Schüler der oberen Klaſſen unter Leitung des Directors, theils um lyriſche Gedichte oder freie Ausarbeitungen vorzutragen, theils um mit ver⸗ theilten Rollen klaſſiſche Dramen zu leſen.(Schiller's Tell und Maria Stuart, Leſſings Nathan der Weiſe, Laube's Karlsſchüler.)
3. Franzöſiſch.
Ziel. In den beiden neueren Sprachen ſoll beim Abgange aus Tertia der zum Fortſtudium nöthige Grund ſo weit gelegt ſein, daß die Kenntniß der Grammatik und die angeeignete Vokabelkenntniß den Schüler befähigt, leichte Stellen hiſtoriſchen Inhaltes ins Deutſche zu überſetzen und einfache deutſche Sätze ins Franzöſiſche und Engliſche. Der Abiturient muß in beiden Sprachen grammatiſche und lexikaliſche Sicher⸗ heit des Verſtändniſſes und eine entſprechende Fertigkeit im Ueberſetzen ausgewählter Stellen aus proſaiſchen und poetiſchen Werken der klaſſiſchen Periode erreicht haben. Er muß des ſchriftlichen Ausdruckes ſoweit mächtig ſein, daß er über ein leichtes hiſtoriſches Thema einen Aufſatz zu ſchreiben und ein Dictat aus dem Deutſchen ohne grobe Germanismen und erhebliche Verſtöße gegen die Grammatik zu überſetzen im Stande iſt. Die Fähigkeit im mündlichen Gebrauch der fremden Sprache muß wenigſtens zur Angabe des Inkhalts geleſener Stellen, zur Erzählung hiſtoriſcher Vorgänge und zu zuſammenhängender Antwort auf franzöſiſch oder engliſch vorgelegte und an das Geleſene anknüpfende Fragen ausreichen. Aus der Litteraturgeſchichte iſt genauere Be⸗ kanntſchaft mit einigen Epoche machenden Autoren und Werken beider Litteraturen aus der Zeit ſeit Ludwig XIV und der Königin Eliſabeth erforderlich.
VI. Grammatik nach Plötz Elem. Grammatik Lekt. 1— 60(Deklination, Motion, Comparation


