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ziehen, da er ein heiliger Kampf und einem Feſtzuge ähnlicher iſt, als einem Feldzuges?). Und man muß ſich ihm um ſo eifriger unterziehen, als er zugleich den Forderungen des Intereſſes entſpricht und die Ausſicht auf eine heilſame Veränderung in den ſocialen Verhältniſſen der helleniſchen Nation eröffnet. Denn er wird die Barbaren in die untergeordnete Stellung verſetzen, die ihnen gebührt; er wird ſie zu Periöken Griechenlands machen und dem höher ſtehenden Culturvolke die nothwendigen Bedingungen ſeiner materiellen Exiſtenz und Wohlfahrt verſchaffen ³).
So lautet das völkerrechtliche Dogma, zu deſſen Verkündigung ſich Iſokrates mit der Selbſtge⸗ fälligkeit, die Männern ſeiner Geiſtesart eigenthümlich iſt, vor allen berufens“) und von der Gottheit ſelbſt auserſehen glaubts ⁶). Unermüdlich fordert er die Hellenen zur Eintracht auf und zum Kreuzzug gegen das Barbarenthum. Er richtet ſeine Mahnung zuerſt an die Athener, die ihren panhelleniſchen Beruf ſchon zweimal in ſo glänzender Weiſe bewährté¹); aber eine Prunkrede war nicht das Mittel einen ſolchen Zweck zu erreichen²), und auf die politiſche Rednerbühne konnte und wollte ſich unſer Redner nicht wagens³). Er wandte ſich von der Republik daher hinweg und ließ ſeine Sendſchriften an die Machthaber und Könige ergehen, von denen er eher ein williges Ohr und ein thatkräftiges Handeln erwarten zu dürfen meinte. Und zwar zuerſt an den Vorkämpfer des Hellenenthums im Weſten, an den ältern Dionyſiusé4), den ſchon Platon für ſeine politiſchen Grundſätze zu gewinnen verſucht; von dieſem verſchmäht an den Spartaner Archidamuss5), deſſen Vater bereits Aſien bekämpft, aber den Fehler begangen hatte, daß er die Griechen in Hader zurückgelaſſené); und als er auch hier kein Gehöͤr gefunden, weil der König durch die Geſetze des Landes an einem ſelbſtändigen Vorgehen gehindert wars*), glaubte er endlich in dem mächtigſten Fürſten, den Europa je geſehenés), in Philipp von Macedonien das rechte Werkzeug zur Verwirklichung ſeines völkerrechtlichen Theoremes gefunden zu haben.
Wir ſind hiermit vor der Frage angelangt, was über den praktiſchen Werth der politiſchen Ideen unſeres Schriftſtellers zu urtheilen ſei. Die eingehendere Beantwortung derſelben überlaſſen wir jedoch
57) Paneg.§. 182.
58) Heneg. 5 131. Ein Helotenverhältniß ſtellt der 3te(unechte) Brief den Barbaren in Ausſicht. Der Perſerkrieg ſoll ein Heilmittel für die krankhaften ſocialen Zuſtände Griechenlands ſein, über die ſich Iſo⸗ rrates an verſchiedenen Stellen äußert, Paneg. 168, Panath. 13— 14, Symm. 24, Phil. 96.
59) Unter den vielen„Sophiſten?, welche ſich auf dieſen Gegenſtand geworfen, iſt der bekannteſte Gorgias, hochgeſchätzt vom Tyrannen Jaſon von Pherä(Pauſan VI, 17§. 9), der ſich mit Plänen zu einem Kampfe gegen Aſien trug, Iſokr. Phil.§. 119; vgl. Xen. Hell. VI, 1, 12. Sein Abpnrxoc rieth den Griechen zur Eintracht und zum Kriege gegen die Barbaren, Philoſtr. loi—οꝓtor. 1, 9 S. 493 ed. Kayser. Von Späteren nennen wir Dias aus Epbeſus, der(von der Akademie ausgegangen) nach Philoſtratus i. a. B. 1, 7 Philipp zu dem Zuge gegen Perſien veranlaßte und den Hellenen die Rolhwendigket ibm Heeresfolge zu leiſten an das Herz legte: ahdv Jàp elyat ro ˙e doebety ent— okxot&Ae9e5:at. Daß übrigens Iſokrates trotz ſeiner Rivalität ebenſo die Rede des Gorgias benutzt hat, wie er kein Bedenken trug Gedanken des Platon, Thucydides, Lyſias ſich arzneignen(vgl. Rauchenſtein Einl. z. Paneg. S. 18, Spengel Iſokr. und Plat. S. 33 A. 1, Roſcher Klio S. 518 7g ſtimmt zu ſeiner Aeußerung, an Nik. 41, der ſei der Ge⸗ bildetſte, welcher das meiſte von dem, was in den Gedanken der anderen zerſtreut liege, zu ſammeln und am ſchönſten darüber zu ſprechen wiſſe.
60) Phil.§. 151.
61) Phil.§. 129.
65) Br. IX, nach. 16 i 3 aber 66) Pbi§. 57, r I Jahrs 356 geſchrieben 67 Phil.. 14. 127. 68] Phil.§. 137. 142.


