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Lirius(V, 34) weiss davon zu berichten: Prisco Tarquinio Romae reg- nante Celtarum, quae pars Galliae tertia est, pones Bituriges summa imperii fuit; ii regem Celtico ſsc. populo) dabant. Ambigatus is fuit. Ilic... eronerare praegravante turba regnum cupiens Bellocesum de Sigovesum, sororis filios, impigros iuvenes, missurum se esse in quas dii dodlissent au- guriis sedes ostendit;... tum Sigoveso sortibus dati Herchnii saltus.»In der Regierungszeit des Tarquinius Priskus hatten die Biturigen die füh- rende Stelle bei den Kelten, sie gaben dem keltischen Volke den König. Dies war Ambigatus. Er wollte von der überlästigen Menge sein Königreich befreien und erklärte seinen beiden Neffen Bellovesus und Sigovesus, rüstigen Jünglingen, er werde sie in die von den Göttern be- stimmten Gegenden schicken; da fiel dem Sigovesus die Gegend am hercynischen Wald zu«. In der Germania des Tacitus(cap. 28) lesen wir: Falidiores olim Gallorum res fuisse summus auctorum divcus Julius tradit; ooque eredibiloe est oetiam Guallos in Germaniam transgressos. igitur inter Herchniam silram Rhenumgue at Moenum amnes Ilelvetii, ul- teriora Boii, Gallica utracue gens, tonueroe!. manet adhue Boihaemi nomen significatque loci voterem moemotiam quameis mutates cultoribus.»Dass die Gallier einst mächtiger gewesen sind, bezeugt als vornehmster Gewährs- mann der unter die Götter versetzte Julius Cäsar, und deshalb ist es glaublich, dass auch Gallier nach Germanien herübergewandert sind. So liessen sich zwischen dem hercynischen Wald, dem Rhein und Main die Helvetier, weiter hinaus die Boier nieder, beides gallische Völker- schaften. Noch ist der Name Böhmen geblieben und deutet auf die alten Zeiten des Landes hin, obwohl seine Bewohner jetzt andere sind-.— Noch genauer berichtet Justinus(XXIV,4) aus dem Werke des Trogus Pompeius über die Heereszüge der Gallier, die zuerst nach Süden (Italien) und an der Donau entlang zogen, dann aber auch Donau und Rhein überschritten. Und wo sie selbst nicht hinkamen, drang doch ihre Kultur ein und drückte der in Germanien herrschenden allmählich ihren Stempel auf. So fanden die Römer, als sie Deutschlands Boden betraten, eine germanische Bevölkerung am Rhein, die in Sitten und Gebräuchen, vor allem aber in der Anfertigung ihrer Geräte, Waffen und Schmuckgegenstände gallischen Einfluss zeigte; die Kelten selbst freilich waren längst durch die von Norden nach Süden und Südwesten vordringenden Germanen vertrieben worden, ja jene sassen in Cäsars Zeit schon jenseits des Rheins auf ursprünglich gallischem Boden; der Aduer Divitiakus erzählt Cäsar(bell. Gall. I, 31):(Germanorun) primo eireiter milia XE Rhenum transisso. nunc osse in Gallia ad centum el XX milium numerum,»zuerst seien gegen 15000 Germanen über den Rhein gekommen, jetzt seien 120000 Mann in Gallien«. Und Ariovist antwortet


