Aufsatz 
Die Altertumssammlung des Friedberger Geschichtsvereins und ihre Verwertung in der Schule : 1. Teil. Die prähistorischen Altertümer / von Paul Helmke
Entstehung
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VE Die La Tène-eit.

Wir nähern uns nun mit raschen Schritten der von der Geschichte erleuchteten Zeit unseres Vaterlandes; nur wenige Jahrhunderte trennen uns noch von jenen Tagen, wo die Römer germanischen Boden betraten, und merkwürdig der mächtigen Flut, die von diesem Volke aus Ger- manien überbrandete, ging mehrere Jahrhunderte vorher eine schwächere Welle, die von Westen, von Gallien her, herankam Dies ist die La Tène-Zeit, deren Träger wir als Kelten bezeichnen und deren Kenn- zeichen die Vorherrschaft des Eisens ist. Aber auch jetzt noch behauptet die Bronze ihren Platz; Armringe und Fibeln(Gewandnadeln) aus diesem Metall werden noch immer als Grabbeigaben verwendet. ¹)

Bekannt sind die schweren Kämpfe, die die Römer mit Brennus und seinen Scharen hatten, berühmt dic durch den Heldenmut eines T. Manlius Torquatus und M. Falerius Corous ausgezeichneten Kriege mit den oberitalischen Galliern; auch in Griechenland erscheinen die Kelten, die um das adriatische Meer herum wohnten, bis i. J. 222 der Konsul Marcellus nach der siegreichen Schlacht bei Glastidium»de Galleis Insubribus et Germaneis« triumphierte. Dann folgen die ersten schweren Kämpfe mit den Germanen, 113 101, wo die Cimbern und Teutonen als drohendes Schreckgespenst an den Nordgrenzen des römischen Reiches erscheinen. Das Eindringen der Kelten(Gallier) in Germanien schildert Cäsar(bell. Gall. VI, 24): Ae fuit antea tempus, cum Germanos Galli cirtute superarent, ultro bella inferrent, propter hominum multitudinem o'rique inopiam trans Rhenum colonias mitterent. itaque eu, quae fertilissima Germaniae sunt, loca cireum Ileregniam sileam Folcae Tectosages oceu- paverunt atque ibi consederunt; quae gens ad hoe tempus his sodibus sese continet summamque habet iustitiae et bellicae laudis opinionem.»Es hat einst eine Zeit gegeben, wo die Gallier die Germanen an Tapferkeit übertrafen, sie sogar mit Krieg überzogen und wegen Ubervölkerung und Landmangel Kolonicen über den Rhein schickten. Daher besetzten die Volker Tektosagen die fruchtbarsten Gebiete am herzynischen Walde und liessen sich dort nieder; sie wohnen noch heute in dieser Gegend und sind durch ihre Gerechtigkeit und ihren Kriegsruhm berühmt«. Auch

¹) Siehe ausser HœrnesUrgeschichte des Menschen undUrgeschichte der bildenden Kunst in Europa, A. Schliz. Fundberichte aus Schwaben X 8. 13 ff. 1902; K. Schumacher, Fundber. VI S. 31; Kofler, Archiv f. Hess. Gesch. N. F. I, II, III mit Karten; Reinecke,Beiträge zur Anthropol.... Bayerns XII, 1897 und öfter; Nane, Prähistor. Blätter; Lindenschmit,Die Altertümer unsrer heidnischen Vorzeit; Bremer in Pauls Grundriss III; zahlreiche Berichte in den Quartalblättern u. a. m.