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Und schliesslich bot der Boden zahlreichen Tieren des Waldes und Feldes Futter und Nahrung; der Steinzeitmensch hat verstanden, die Jagd auszuüben; Rehstangen und Hirschgeweihe finden sich recht häufig unter den aus jener Zeit übrig gebliebenen Knochen; erst im Jahre 1903 wurde für die Altertumssammlung ein grosses Flirschgeweih erworben, das in einer neolithischen Wohngrube bei Wölfersheim gefunden worden war.
So sehen wir. dass die Menschen der Steinzeit die Reichtümer des Bodens für ihre Lebensweise gut genug zu benutzen wussten. Acker- bau und Viehzucht, Jagd und Fischerei boten ihnen Nahrung und Unter- halt, sie müssen also im allgemeinen ein sesshaftes Volk gewesen sein, das das zigeunernde Umherzichen auf kürzere oder längere Zeit gegen einen ruhigen Aufenthalt eingetauscht hat; der neolithische Mensch wohnt im eigenen, von ihm selbst erbauten Hause.
Wie war nun ein solches Haus beschaffen?(s. Schliz,»Das stein- zeitliche Dorf Gross Gartach«; Stephani,»Der älteste deutsche Wohn- bau und seine Einrichtung«, Bd. I, 1902; Helmke, Quartalbl. d. hist: Ver. N. F. III, 7, S. 287 ff.) Wir unterscheiden zwei Arten von Wohnungen, Trichtergruben und Wohngruben), beide sind teil- weise in den Boden eingegraben, die Trichtergruben aber sind eng und rund(oder oval), deren Wände sich nach unten zu einander nähern, während die Wohngruben eine viel grössere Ausdehnung haben und senkrecht eingeschnittene Lehmwände besitzen, die im Winkel zu ein- ander stehen. So zeigen die Trichtergruben, die unter dem Hochbauamt gefunden wurden, ovale Form mit einem Durchmesser von 2,61 m bezw. 1,57 m; in der Mitte findet sich ein Feuerloch von ungefähr 1 m Breite, dessen Sohle 1,10 mꝛ unter der Oberfläche liegt, während es von einer Lehmbank kreisförmig umzogen wird Ahnliche Form hatten die Trichter- gruben in der Ludwigstrasse und am Haag(Spritzenhaus). Dagegen weist eine Wohnstätte am Pfingstbrünnchen einen rechteckigen Grund- riss von 8,5025 m Inhalt auf; sie besteht aus zwei Räumen, die 0,00 bezw. 1,23 m unter der Oberfläche liegen und jeder eine Feuerstelle enthalten; ähnlich ist es an der Schwalheimer Hohl, doch kommen an beiden Plätzen neben den grossen auch Trichtergruben vor. Der Grund für diese Erscheinung mag darin zu suchen sein, dass die Leute, die Trichtergruben anlegten, nur auf kürzere Zeit ihre Wohnung aufschlugen, um das Land abzuweiden und dann weiter zu ziehen; dies wird be- sonders für die Bewohner der Trichtergruben am Hochbauamt zu gelten haben, die überhaupt einer älteren Bevölkerungsgruppe angehören. Eben- so ist es möglich, dass die Trichtergruben, wenn sie untermischt mit grossen Bauten vorkommen, als eine Art Sommerwohnungen leichterer Bauart angesprochen werden.


