Aber jedenfalls zeigen beide Arten der steinzeitlichen Wohnung eine gleiche Art des Aufbaus; über der Erdgrube erhob sich ein aus Stangen crrichteter Bau, der bei den Trichtern zeltartig gewesen sein muss, während er bei den Wohngruben hausähnliche Form gehabt haben dürfte; zeigt doch die oben beschriebene Wohnung an der Pfingstweide in der Zwischenwand der beiden Wohnräume zwei tiefe Löcher, die wohl nur Stützbalken für das Dach enthalten haben können. Dieses Holzgerippe wurde dann von aussen mit Erde, Stroh, Schilf oder Ginster bedeckt, auf der Innenseite aber mit Lehm verschmiert; zahlreiche Lehm- brocken, die noch mit den Stangenabdrücken versehen sind, beweisen das, ja es kommen in reicher ausgestatteten Wohnungen dieser Periode oft genug solche Brocken vor, die eine schöne Glättung und farbigen Verputz haben.(Tacit. Germ. Ié: materia ad omnia utuntur informi ot citra speciem aut deloectationem; quaedam loca diligentius inlinunt terra ita para ae splendente, at picturam ae lineamoenta colorum imitetur. solent ot subterranoeos specus aperire, æosque multo insuper fimo onerunt:;*zu allem hodienen sie sich rohen Ifolses, ohne Schönheit und dnmut. Einige Stellen bestreichen sie sorgfältiger mit einer so reinen und glänszenden Erde, dass sio wioQ Maloerei und Farbenzeichnung aussieht. Sie pflegen auch unterirdische Häöhlen auszugraben und belasten diese oben noch mit vioelem Dünger.«*)
Die Ausstattung des Inneren ist schon beschrieben; in der Mitte oder in einer Ecke liegt eine Feuerstelle, umzogen von einer Lehmbank; denken wir uns letztere mit weichen, warmen Fellen bedeckt und den Eingang mit Matten und Fellen verhängt, auch die Wände mit solchen bekleidet, so giebt das ein recht anheimelndes Bild einer derartigen Wohnung, die nur den Nachteil gehabt haben wird, dass der Rauchab- zug ungenügend war; wenigstens sind die verputzten Lehmbrocken oft rauchgeschwärzt. Unmittelbar an die Wohnung anstossend oder dicht daneben liegen Stall und Tenne.
In diesen Räumen spielte sich das Leben der Menschen ab; das Feuer, das wegen der Schwierigkeit der Beschaffung mit Asche zuge- deckt wurde und dann zum Gebrauche nur angefacht zu werden brauchte, versammelte die ganze Familie um sich, namentlich in der rauhen Winters- zeit. Um das Feuerloch sitzend verbrachten die Leute die kurzen Tage des Winters mit häuslichen Arbeiten, und manche schaurige Mär von den Göttern mag von den Lippen des greisen Ahnen geflossen sein, mancher Schrei eines wilden Tieres die Herzen der Kinder in Grausen versetzt, mancher Einbruch eines Bären oder Wolfes in den Stall die Männer zum blutigen Kampf herausgerufen haben. Freilich, angenehm dürfte, für unsere Sinne wenigstens, der Aufenthalt in solcher Hütte


