und Bedeutung ist, was imstande ist, das Dunkel ihrer Vergangenheit aufzuhellen— das soll gesammelt und crhalten werden. Gewiss wird dadurch auch zugleich für die Wissenschaft gearbeitet, und dieser Zweck soll nicht der letzte sein, aber die Hauptaufgabe für die Sammlung bleibt die Erweckung des Interesses für die eigene, für die Geschichte der Heimat. Und wo könnte sie einen besseren und fruchtbareren Boden finden als in den Seelen der Schüler, deren Geist für alles um so eher empfänglich ist, wenn er sich mit den Orten beschäftigen kann, wo sic leben und die sie kennen? So bevölkert ihre Phantasie dic ihnen ver- traute Gegend mit den Dingen, die sie in der Sammlung gesehen haben, der Geist der Vergangenheit lebt und webt in ihnen und verknüpft sich mit der Gegenwart; jetzt lernen sie das Heute begreifen, da sie es auf das Gestern zu bauen vermögen, und finden dadurch das enge Band, das sie an die Heimat fesselt; denn sie fühlen, wenn auch wohl oft genug unklar und unausgesprochen, dass sie selbst auf dem stehen, was ihnen die Vorwelt bereitet hat, und dass sie das Schlussglied einer Kette bilden, die die graue Vergangenheit mit der hellen Gegenwart verbindet. So bildet die Altertumssammlung das Fundament, auf dem sich die Heimatkunde, das Heimatsgefühl und die Heimatsliebe auf- bauen können.
Deshalb ist es auch nötig, dass die Leitung der Sammlung immer Schulmännern anvertraut wird; sie wissen, was an Sammlungsgegenständen vorhanden und was davon für den Unterricht brauchbar ist. Die Ver- wertung der Sammlung für die Schule soll in der Form geschehen, I. dass das Museum zu bestimmten Stunden für alle Besucher geöffnet ist, 2. dass die Lehrer die Stücke, die sie grade für den Unterricht ver- werten können, in die Klassenräume mitnehmen und 3. dass entweder die Lehrer selbst oder der im besonderen mit der Museumsverwaltung Betraute für ganze Klassen der Mittel- und Oberstufe einen kurzen Uber- blick über bestimmte Abschnitte der Geschichte geben und ihre Worte gleichzeitig durch Vorzeigen der entsprechenden Stücke ergänzen und beleben. Naturgemäss wird der Geschichtsunterricht den grössten Ge- winn davon tragen, aber auch das Lateinische und andere Unterrichts-
fächer— man denke dabei an die Ausbildung des Formensinnes beim Zeichnen— werden YNorteil von der Benutzung der Sammlung haben können.
Es ist ein schöner Gedanke des gegenwärtigen Vorsitzenden des Geschichtsvereins, des Gymnasialdirektors Dr. Löbell, die Bearbeitung einer Heimatkunde für Friedberg zu veranlassen; die vorliegenden Zeilen wollen versuchen, dieser Absicht zu einem Teile gerecht zu werden, in- dem sie es unternehmen, an der Hand dessen, was die Altertumssammlung


