Aufsatz 
Materialien zur Herodotlektüre mit Rücksicht auf verwandte Gebiete und im Sinne des erziehenden Unterrichts : 2. Teil
Entstehung
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Rückblick über Teil l. und II.

Ueberblicken wir noch einmal den langen Weg, der uns über ein weites Feld weltgeschichtlicher Ereignisse und hoch- bedeutsamer Kulturbilder aller Art geführt hat, so müssen wir uns zu der Ueberzeugung bekennen, dass die zurückgelegte Wanderung genussreich im edelsten und gehaltvollsten Sinne des Wortes gewesen ist. Nicht immer geht es auf anmutigen und lieblichen Pfaden vorwärts, deren unmittelbare Umgebung wohltuend ist für Auge und Herz; auch kann man nicht immer auf stolzen Höhen verweilen, welche die Mögxlichkeit eines ausgiebigen Fernblickes bieten, zur orientierenden Imschau ebenso geeignet sind, wie sie zur Gewinnung eines Gesamt- eindruckes einladen und die bewundernde Teilnahme des Beschauers aufs höchste steigern, nein, auch weniger reizende Landstrassen müssen zurückgelegt werden, weil sie die Ver- bindung zwischen besuchenswerten Punkten herstellen. Das angedeutete Bild malen wir noch weiter aus durch den Hin- weis auf die zahlreichen Seitenwege, die zu ebenso vielen lehrreichen Abschweifungen von der Hauptrichtung führen.

Ohne grosse Mühe und beharrliche, zur Einsetzung der ganzen Kraft zwingende Arbeit geht es bei dieser Wanderung, die sich nicht mit oberflächlichem Anschauen begnügt, sondern die geistige Schätze heben will, freilich nicht ab. Ein dauernder Gewinn für die Schärfung des Ver- standes, für die Veredelung des Gemütes, für die Bildung des Geschmackes, für die Erziehung des Willens und die Bereicherung des Wissens soll Endziel sein. Aber die an Mühe und Anstrengung gestellten Forderungen lässt die fortwährende Darbietung gleichzeitigen Genusses wenigstens für den geistig und sittlich gesunden Schüler angenehm, ja willkommen erscheinen. In harmonischster Weise entsprechen sich hier Arbeit und Gewinn, Mühe und Genuss.Nicht erspart werden soll Anstrengung Sund Arbeit, denn nur durch sie erstarken die geistigen Sehnen; aber es soll ihr die freudige, empfängliche Stimmung zur Begleiterin gegeben