Unterrichtsfächer mehr oder minder auch, praktische Beispiele zu manchen im Religionsunterricht angestellten Erwägungen.
Wenn es also Herodot in der vorliegenden Frage(Kap. 3) unterlässt, den Mann mit Namen zu nennen, der bei der Ver- handlung über die Führerfrage die grössten Verdienste hat, und wenn er darauf verzichtet, die ganz allgemein aus- gesprochene Anerkennung auf den Namen Themistokles zu beziehen, so muss ein anderer Schriftsteller in diese Lücke eintreten. Es ist Plutarch in seinem Themistokles. Man mache die Schüler mit dem Inhalt des Kap. 7 bekannt. Hier hören wir, dass bei dem Streit über den Oberbefehl Themistokles sofort seine Mitbürger beruhigt habe. Bereitwillig trete er für seine Person den Oberbefehl an Eurybiades ab. Ein Rang- streit sei jetzt am wenigsten zeitgemäss, wo das Gesamt- vaterland in der höchsten Gefahr schwebe. Plutarch beurteilt dieses Auftreten nach seinem inneren Wert und kommt zu dem Ergebnis, dass Themistokles und seine Athener sich doppelten Ruhm erworben haben, sie hätten den Feind durch Tapferkeit und die Verbündeten durch Edelmut besiegt.
In Kap. 22 handelt es sich um den Versuch des Themistokles, die Jonier und Karier zu gewinnen. Wir bekommen zum ersten- mal eine Probe von der nie versagenden List und Verschlagen- heit des grossen Atheners(Poikilometis bei Homer!) Auch hier gilt das Wort„ex ungue leonem“. Und wenn sich der Obersekundaner noch des Urteils erinnern sollte, das Cornelius Nepos ausspricht mit den Worten„neque minus in gerendis rebus promptus erat quam in excogitandis“, so wird er diesem Satz überzeugt beipflichten.
Die klugen Vorsichtsmassregeln des Themistokles, deren Sinn und Bedeutung in Herodot einen vorzüglichen Erklärer finden, haben vorbereitende und stimmungerzeugende Kraft. Sie sind gewissermassen das Vorspiel, das uns die in dem gewaltigen Geiste des Themistokles ersonnene und nach seinen Entwürfen sich vollziehende Hauptaktion ahnend voraussehen lässt.(Ueber den Erfolg dieses Versuches auf die Jonier vgl. VIII. 85.)
Die feinere Kriegslist ist überhaupt ein unverkennbares Merkmal geistiger Ueberlegenheit. Die Geschichte aller Völker kann das bestätigen. Man denke nur an die Kriegführung Cäsars gegen die gallischen Barbaren. Auch die punischen Kriege können zum Beweis dienen. Wie so oft finden wir auch hier wieder ähnliche Erscheinungen und geistesverwandte Persönlichkeiten, die zur gegenüber- und nebeneinanderstellenden Betrachtung geeignet sind. Gefürchtet war Hannibal wegen seiner unerreichten Schlauheit. Auf diesem Gebiete konnte
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