Also bescheidener Besitz an materiellen Gütern, Reichtum an geistigen und sittlichen Kräften, gesunde staatliche Verfassung, Achtung vor dem Gesetz, das ist allerdings eine Grundlage, auf der auch noch später in der Geschichte der Menschheit nach kleinen Anfängen mächtige Staaten entstehen konnten.(Vergl. die brandenb.-preußische Ge- schichte. Preußen hat sich groß gehungert», Finanzminister v. Miquel in der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 10. Januar 1900.)
Demaratus hat weit ausgeholt aus Besorgnis, nicht verstanden zu werden. Er hat seinen Zweck trotzdem nicht erreicht. Xerxes zürnt nicht. Hätte er den Griechen verstanden, dann müßten wir eine rühmenswerte, vornehme Selbstheherrschung bei ihm feststellen. Ausdrücke, wie oOiov εꝓεαέ‿α εναοσ;(erinnert an das homerische xoενν s Eo brsy S, O56vGV;), 550, bih S5 eoc 5 5-os 050 Sign- BEvO T. und 05 26y Arstoςα υλ α—eαͥmsũòSst« beweisen, daß Xerxes den Demaratus nicht mehr für ernst nimmt. Und Xerxes konnte den Griechen nicht verstehen, die grundsätzlichen Anschauungen waren zu verschieden.
Aus den weiteren Außerungen des Xerxes geht hervor, daß er nur numerische, quantitative UÜberlegenheit kennt; von sittlichen Macht- mitteln, als da sind Pflichtgefühl, Freiheitssinn, Faterlandsliebe, Be- geisterung für Religion und höhere Kultur, hat er keine Ahnung. Von der freien Selbsthestimmung zu einer edlen That hat er noch nie eftiwas gehört. Seine Behauptung, daß nur der von der Geißel des des- potischen Alleinherrschers getriebene Mensch etaas Nützliches leisten Könne, freilich immer gegen seinen schlechteren natürlichen Willen(πν 0TGy„btv), läßt uns auf eine geradezu ekelerregende Verkennung und Verachtung der menschlichen Natur schließen. Desiwegen ist ihm auch die wahre politische Freiheit der Griechen, die in der selbstgeiwollten Unterordnung unter das als notzwendig und wohlthätig anerkannte Gesetz besteht, durchaus unverständlich; daß sie mehr fertig bringen soll, als Geißelhiebe ausrichten, ist ihm ein unlösbares Rütsel.
So haben wir hier die Typen zweier grundverschiedenen Fölker und Auffassungen. Auf der einen Seite ein sittlich starkes, hochentlwickeltes Vollk mit lebhaftem Sinn für Selbsthestimmung und hoher Begeisterung für den Kampf um Freiheit, Faterland und Bildung, auf der anderen Seite ein in Knechtische Leib- und Geisteigenschaft geschmiedetes Volk, das nichts denkt und nichts will, weil es doch keinen Ziech hätte, da nur ein Wille gilt, der sich mit brutaler Gewalt überall Geltung verschafft.
Ein Rückhlich auf das Ganze läßt das Ergebnis gewinnen, daß ceine innerlich gesunde Kultur notwendig über die Barbarei siegt». Die Bestätigung bringen die kommenden Kämpfe bei Thermomglä und Salamis.
Die zahlreichen, gehaltvollen Gedankcen dieses Abschnittes liefern ꝛwertvolle Beiträge zur Stärkung des religiös-sittlichen Beipuſtseins, des politischen Urteils und des geschichtlichen Sinnes. Sie greifen ergänzend,


