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und ihn mit innerer Freude erfüllt. Zur besonderen Genugthuung gereicht ihm die Haltung der Phönizier, die, gewandt und intelligent wie immer(vgl. Kap. 23), den Sieg davontragen.
Xerxes ist im Vollgefühl seiner Macht, die ihm unüberwindlich dünkt. Seiner Umgebung gegenüber äußert er, zu seinem Glücke fehle nichts mehr. Sum felix, quis enim neget hoc? felixque manebo(Or. Met. VI, 193, Niobe). Damit ist der Höhepunkt seines Selbstgefühls erreicht, aber auch sehr bald überschritten. Denn rasch tritt ein bemerkenswerter Umschlag ein, der Großkönig muß weinen. (Zydabrah 5 SgEne Sory SAxd⁴εος, sra OPro 8040 2s.)
Der Oheim des Großkönigs, Artabanus, den wir als grund- sätzlichen Gegner dieses Feldzuges kennen gelernt haben, ist jeden- falls derjenige Mann in der Umgebung des Xerxes, der ihn, be- sonders bei allen wichtigen Anlässen, aufs schärfste beobachtet. Jeden schwachen Augenblick in der Stimmung seines Neffen sucht er zu benutzen, um ihn von dem entscheidenden Schritte noch abzubringen. Ihm also gewiß nicht, selbst wenn allen anderen, kann dieser eigentümliche und seltsame Zustand von Kraftgefühl und Schwäche entgangen sein. Er wendet sich mit einer Bemerkung an den Großkönig und giebt dadurch Veran- lassung zu einem kurzen Gespräch, das die Quelle ist lauterster Belehrung nicht etwa über persische, sondern griechische Anschauung über den wahren Wert des menschlichen Lebens.
Artabanus giebt nämlich seiner Verwunderung Ausdruck über die Veränderung im Verhalten des Großkönigs. Eben noch habe er sich glücklich gepriesen, und gleich darauf hätten ihn die Thränen übermannt(ςα αmνꝛwꝛuννςσν⁵ιλανν‿ννQιανουννεεένναν AAOο vO ds 1A³ X7* S6rSHo?). Er könne sich dies nicht erklären. Xerxes bedeutet ihm, ein Gefühl des Mitleids habe ihn überkommen bei dem Ge- danken, wie kurz das menschliche Leben sei; denn von all den vielen, die er in seinem Heere versammelt sehe, werde in hundert Jahren niemand mehr am Leben sein.
Damit ist der Ton angeschlagen, welcher der wehmutsvollen Stimmung des Artabanus selbst am besten entspricht. Sie kommt in folgendem elegischen Ergusse zum Ausdruck: Gewiß sei das menschliche Leben kurz; aber das sei nicht das Schlimmste. Wenn doch das Leben eben-bei seiner Kürze wenigstens immer glücklich und zufriedenstellend wäre! Das sei leider nicht der Fall. Im Gegenteil: Unglücksfälle, Krankheiten, Mühseligkeiten und Wider- wärtigkeiten aller Art verbitterten das Leben und ließen es eher zu lang, als zu kurz erscheinen. Daher gebe es wohl niemanden, der sich nicht schon wiederholt aus Lebensüberdruß den Tod ge- wünscht habe(oυλ‿ννηνι ναε οdν μπ recht wohl zu beachten!). Ja, die Qualen des Daseins steigerten sich gar oft dermaßen, daß der Tod als die ersehnteste Zuflucht und Erlösung erscheine.


