Aufsatz 
Materialien zur Herodotlektüre mit Rücksicht auf verwandte Gebiete und im Sinne des erziehenden Unterrichts : 1. Teil
Entstehung
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rerum salubre ac frugiferum omnis te exempli documenta in inlustri posita monumento intueri, inde tibi tuaeque reipublicae quod imitere capias, inde foedum inceptu, foedum exitu quod vites.) 3. Man soll die Existenz eines Staates nicht auf zwei Augen stellen. 4. Man muß der Wahrheit die Ehre geben, wenn sie auch nicht gern gehört wird. 5. Durch Schaden wird man klug. 6. Kleine Ursachen, große Wirkungen. 7. Man stürze sich nicht in Gefahren, wenn es nicht notwendig ist,(Der Mensch versuche die Götter nicht!) 8. Reifliche UÜberlegung bringt stets größten Gewinn, daher: Erst wäg's, dann wag's.(Goethe, Herm. u. Doroth. V, 57 60, steht nur in scheinbarem Widerspruch dazu.) 9. Nur wer seine Pflicht nach Kräften gethan hat, kann sich über unerwartetes Unglück trösten. 10. Uberstürzung erzeugt Fehltritte, Bedachtsamkeit lohnt sich. wenn auch nicht sofort. 11. Wahres Verdienst ist nur da, wo Selbstthätigkeit vorausgegangen ist. 12. Der bloße Glücksmensch ist nur ein armer Tropf. 13. Die Gottheit ist höher als alles. 14. Der Zorn der Götter stürzt das allzuhoch Strebende, das maß- voll Angelegte verschont er. 15. Große Heere können unter Um- ständen von kleinen vernichtet werden, man unterschätze deswegen seinen Gegner nicht.(Vgl., was Livius dem Hannibal in den Mund legt, XXI, 43: saepe et contemptus hostis cruentum certamen edidit et incliti populi regesque perlevi momento victi sunt.) 16. Jede unwahre Darstellung rächt sich. 17. Die Verleumdung ist ein verabscheuungswürdiges Laster; mindestens zwei Menschen thun Unrecht dabei, einer wenigstens muß unverdient leiden. 18. Wer eine Verleumdung auch nur anhört, versündigt sich. 19. Nur felsenfeste Überzeugung hat bei vichtigen Beratungen An- spruch auf Beachtung. 20. Der Mann muß seiner Überzeugung alles opfern können.

Was man da hört, ist so alt und kKlingt doch so neu. Der Grund ist der, daß die Denk- und Gefühlswelt für den Menschen immer die nämliche bleibt. Nur die Gegenstände wechseln.

«Ewwig wechselt der Wille den Zweck und die Regel, in eicig

Wiederholter Gestalt währen die Thaten sich um.

Aber jugendlich immer, in immer veränderter Schöne

Ehrst du, fromme Natur, züchtig das alte Gesetz.»

(Schiller, Spaziergang.)

Und wenn sich auch die drei Zeitalter so unterscheiden mögen, daß im Altertum der Mensch und die Zusammenfassung seiner Kräfte im Staate mehr in den Vorder grund des geisligen Interesses tritt, im Mittelalter Gott und die Kirche, in der Neuzeit die Enforschung der Natur und die Ferwertung der Naturkräfte im Dienste des Menschen das mensch- liche Herz mit seinen Gefühlen und Anmutungen, seinem Hohren und Harren, seinen Höhen und Tiefen, seinen Rätseln und Unerforschlich- keiten ist das alte geblieben. Und die Alten haben rein und tief empfunden.

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