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noch ihre besonderen Eigentümlichkeiten. Sie gilt für ein schönes Beispiel der sogenannten mittleren Stilart, weil sie sich im großen und ganzen ebensoweit von der erhabenen, feierlichen, wie von der einfachen, gewöhnlichen Ausdrucksweise entfernt.(Der Schüler gebe unter Anleitung des Lehrers an, wo die Rede sich mehr dem erhabenen 7évoc nähert, und suche dieses Aufsteigen aus dem In- halt zu erklären.) Ferner fällt die Vorliebe auf, womit der Schrift- steller das Bedeutsame durch signifikante Wortstellung auszudrücken pflegt.(Auch dafür lasse man Beispiele zusammenstellen.)
In Kap. 9 lernen wir den Mardonius kennen. Er vertritt die Kriegspartei. Man lasse seine Rede ebenfalls genau analysieren. Zu beachten ist die plumpe Schmeichelei, mit der Mardonius seine Kundgebung einleitet. Stark hervortritt sein Unternehmungsgeist, seine wahnzwitzige Verachtung des Gegners, sein unbegrenztes Vertrauen in die eigene Kraft. Mag er auch nach der Charakteristik von Caurtius(Griech. Gesch. II, S. 1) im Vergleich zu den anderen Persern als«ein Staatsmann von freierem Urteil und weiterem Blick» anzusehen sein, hier sehen wir, daß er doch nur Barbar ist. Denn allein von der Menge des Geldes, allein von der Menge der Truppen, allein von der Menge der Schiffe verspricht er sich den Sieg; andere Kräfte kennt er nicht.
Kulturhistorisch interessant ist seine Meinung, daß ein an-— geblich so ungeübtes Volk wie die Griechen seine inneren Streitig- keiten doch durch Gesandte und Herolde beilegen und auf einen Krieg verzichten soll. In einem einsprachigen Lande sei die not- wendigste Bedingung dazu erfüllt. Der Hintergedanke ist, bei ihnen, in dem vielsprachigen Perserreich, sei so etwas unausführbar.(¶ dee des Schiedsgerichts!
Das Ergebnis der Rede ist die Befestigung des Xerxes in seinem Größenwahn und die daraus nunmehr fließende Unfähig- keit, eine abweichende Ansicht ruhig anzuhören und zu prüfen.
Wir wenden uns zu Kap. 10. Niemand wagt zu widersprechen, nur der alte Artabanus versucht es.
Die Rede, die ihn Herodot halten läßt, ist eine Leistung ersten Ranges. Sie kann im besten Sinne klassisch genannt werden sowohl nach Form als nach Inhalt. Sie ist ein wahres Muster natürlicher Beredsamkeit. Sie liefert einen neuen Beweis, daß das Wort dem- jenigen leicht von der Zunge gehen muß, dem das Herz voll ist. Bei all ihrer Länge hat sie den Vorzug leichter Übersichtlichkeit. Die Hauptgedanken treten klar und deutlich hervor. Auch das Einzelne, die unscheinbarsten Wörter und Wörtchen, eröffnen stets neue Quellen und Aussichten.
Die Rede des Artabanus ist ein Merkbüchlein für Herrscher, Staats- männer und Feldherren, ein Schatzkästlein praltlischer Lebensphilosophie Für alle vernünftigen Menschen, ihre Lektüre ein Mittel der Erbauung


