K. 121 bis 130.
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auf Liv. XXI, 11, wo es heißt, daß die Stadtmauern von Sagunt noch nach der alten Bauart hergestellt waren(Caementa non calce durata erant, sed interlita luto structurae antiquae genere).
Aus Asphalt bestand bei den Babyloniern der ganze Boden des Erdgeschosses, der dann dem andringenden Grundwasser mit seinen Krankheitskeimen eine Grenze setzte und die Babylonier frühzeitig auf die Erfindung von schlechten Wärmeleitern, Schilfmatten und kunstvollen Teppichen, brachte. ¹)
Aber auch als Heilmittel bei zahlreichen Krankheiten hat der Asphalt schon im Altertum eine große Rolle gespielt. ²) Nicht minder ist er heute noch als Mittel gegen Hautkrankheiten und Rheu- matismus in den betreffenden Ländern hochgeschätzt. Auch im sonstigen wirtschaftlichen Leben kam und kommt er zur Ver-— wendung. Das Gl tritt an wielen Stellen(im westlichen Kaukasus) als schwarze teerige Masse zu Tage, und vielfach bedechtt es die Erd- oberfläche als starkk oæydiertes asphaltiges Bitumen. Die Eingeborenen verwenden das Ol zum Schmieren von Wagenachsen, zum Auspichen von Tierhäuten behufs Aufbewahrung des Weines und als Mittel gegen Hautkranlcheiten und Rheumatismus.» ³)
Noch interessanter ist die Frage, ob schon die Allen Petroleum in Lampen gebrannt haben. Sie muß entschieden bejaht werden. Bei Dioskorides de materia medica heißt es unter dem Worte aοαmραράχααμεαοςσ: gignitur(bitumen) et in Agrigentino Siciliae agro, liquidum fontibus supernatans, quo ad lucernarum lumina olei vice utuntur, quodque Siculum oleum falso appellant, namque liquidi bituminis species est. Dazu vgl. Plinius hist. nat. XXXV, Kap. XV, sect. 51. Aber von besonders konstruierten Petroleumlampen, die im Altertum gebraucht worden wären, hat man doch nichts gehört! Hier hilft ein Rück- schluß. Herr Hans Höfer, Professor an der Bergakademie in Leoben, teilt uns mit, daß nach seiner persönlichen Erfahrung die Bauern in Rumänien die nämliche Art Erdöl zum Brennen in ihren ge— ꝛwöhnlichen Ollampen und als Wagenschmiere verwenden. Der Benzin- gehalt des Erdöls sei eben sehr verschieden. Dieses Erdöl müsse bereits alle seine leicht flüchtigen Bestandteile verloren haben. Unter ähnlichen Bedingungen dürften wohl auch im Altertum die Leute in der Gegend von Agrigentum das Rohöl als Leuchtmittel benutzt haben.
Die Kapp. 121— 130 werden vielfach als minderwichtig und den Gang der Handlung unliebsam verzögernd ausgelassen. Aber man bedenke das«varietas delectat»! Wer also auf sie nicht ver-
¹) Vgl. Krauth, Babylonien nach der Schilderung Herodots. Progr. Schleusingen, 1892, S. 11.
²) Vgl. von Oefele, Asphalt als Medikament bei den alten Agyptern, Pharm. Post, 1897, Nr. 2.
³) Chem. Zeitung, 1899, Nr. 82.


