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punkt zur Gewinnung einer neuen Anschauung, in der sich auf dem Gebiete des litterarischen Lebens das Altertum von der Neuzeit wesentlich unterscheidet. Wir meinen die uns eigentümlich berührende Erscheinung, daß man im Altertum den Begril des litterarischen Eigentums nicht gekannt hat. ¹)
Von den bei Herodot mitgeteilten Einzelheiten heben wir nur die That des Kynegirus hervor. Sie war im Altertum hochgepriesen und findet Nachahmung in einem Seetreffen bei Massilia, wo ein römischer Seesoldat Cäsars, mit Namen Acilius, ein feindliches Schiff mit seiner Rechten festzuhalten suchte. Als man sie ihm abhieb, sprang er in das Schiff hinüber und bahnte sich mit der Stachelspitze seines Schildbuckels einen Weg mitten durch die Feinde(Sueton. div. Jul. 68).
Im Anschluß daran greife man in die frühere Geschichte Cäsars zurück und lasse eines der vom Tertianer bewunderten Beispiele römischer Tapferkeit(etwa den edlen Wettstreit der Centurionen Pulio und Vorenus, Cäs. bell. gall. V. 44) in der Erinnerung des Sekundaners neu erwachen. Ein Beispiel aus Xenophon, das sich leicht in dem Gedächtnis erhält, ist der Wettstreit des Agasias, Callimachus, Eurlochus und Aristongmus in Anab. IV, 7. Aus der neueren Geschichte kann man etwa den Opfermut des Pioniers Klinke und des Feldwebels Probst bei Erstürmung der Düppeler Schanzen anführen.
Erfahrungsgemäß ist das jugendliche Herz für die Beicunderung einer hervorragend tanferen That immer zu haben. Wenn also der Schriftsteller diese Saite zufällig selhst anschlägt, so muß man durch Erweiterung des Stofres dafür sorgen, daß dieser Ton nicht ungehört verklingt, sondern im Gemüte des Schülers einen noch kräftigeren Wider- hall findet.
Kap. 116 bringt uns mit einer für die Geschichte der Wissen- schaft bedeutsamen Stätte zusammen. Man lasse über das Gym- nasium Kynosarges in Verbindung mit der Akademie und dem Likeion wenigstens eine kleine Notiz in das Sammelheft eintragen.
Was den Gebrauch von Anschauungsmitteln anbelangt, so muß man im allgemeinen sehr vorsichtig sein, wenn der beabsichtigte Zweck erreicht werden soll.2) Das durch die Lektüre und die Zu- thaten des Lehrers in der Vorstellung der Schüler hervorgerufene
¹)«Im ganzen Altertum bestand die Sitte, pei der Darstellung die Hauptquelle nicht zu nennen, vielmehr nur diejenigen Notizen unter Bei- fügung ihrer Gewährsmänner aufzuführen, welche dieser Hauptquelle wider- sprachen oder sie in wesentlichen Punkten ergänzten?, Wiedemann a. a. O., S. 23.
²) Vgl. Gustav Schneider, Hellenische Welt und Lebensanschauungen d ihrer Bedeutung für den gymnasialen Unterricht, Gera, Hofmann 1893,
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