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Ipio- Tihc Arrinh Soirxsdat al r’oräre dihe Esgin). Nicht allein deswegen waren die Perser auf diesen Platz zugesteuert, um überhaupt die Ausschiffung der Truppen ungestört vollziehen zu können, sondern ihre offenkundige Absicht war auch, daselbst die Entscheidungsschlacht zu liefern, in der die Reiterei den Aus- schlag geben sollte. Gerade in dem Zusammemwirken der Reiter und der Bogenschätzen lag dlie furchtbare Kraft der Perser. Warum hätten die Perser nach ihrer Landung mehrere Tage auf die An- kunft der Athener gewartet, ohne in südlicher Richtung auf dem breiten Weg zwischen Meer und Gebirge einen Vorstoß gegen Athen zu machen, wenn sie nicht die marathonische Ebene als Schlacht- feld in bestimmteste Aussicht genommen hätten? Und in welcher Absicht hätten sie die nach der Mesogaia führende Straße unbesetzt gelassen, wenn nicht in der Erwartung, daß die Athener auf diesem Wege anrücken würden?
Die berührten Dinge sind zum Verständnis der Größe des griechischen Sieges sehr notwendig; denn daß die persische Reiterei schließlich doch nicht zur Verwendung kommt und kommen kann, läßt uns die Enttäuschung begreifen, welche die Perser erleben müssen.
Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß man die folgenden Kapitel, wie überhaupt alle Abschnitte der Erzählung mit besonders spannendem Inhalt, möglichst rasch lesen soll. Eine nur ganz lang- sam und tropfenweise stattfindende Kenntnisnahme kann das jugendliche Gemüt in seiner hellen Begeisterung für die Griechen und in seiner warmen Teilnahme an der guten Sache nicht ver- tragen. Es würde ihm allen Genuß verderben. So überschlagen wir denn auch Kap. 103(den Anfang ausgenommen) und 104, beschäftigen uns aber zunächst noch nicht mit Miltiades, sondern mit Phidippides.
Ein Notschrei um Hülfe oder ein Mensch, der in einer alles ent- scheidenden Stunde mit einer Aufgabe betraut wird, von der Sieg oder Niederlage abhängt, können bei Jung und Alt der wärmsten Teilnahme stets geuwwiß sein. So interessiert auch unser Eilbote Phidippides die reifere Jugend viel mehr, als man anzunehmen geneigt wäre.
Zunächst ist er ein alter Bekannter von der Quarta her. Bessere Schüler haben noch den Wortlaut der Stelle bei Cornel. Nepos Milt. IV. in der Erinnerung(Phidippum cursorem eius generis, quod hemerodromae vocatur, Lacedaemonem miserunt, ut nuntiaret, quam celeri opus esset auxilio). In der Quarta wurde offenbar nur die körperliche Leistungsfähigkeit des Dauerläufers bewundert, der den beinahe dreißig Meilen langen Weg von Athen nach Sparta in zwei Tagen zurücklegt und ebenso schnell wieder zurückkehrt. In Obersekunda erweitert sich das Interesse. Besonders die geistigen und sittlichen Eigenschaften des Phidippides erregen unsern Beifall, seine patriotische Gesinnung vor allem. Seine ganze Lebenskraft


