Aufsatz 
Kosmologischer Gottesbeweis und Kant's Kritik der reinen Vernunft / Abhandlung des Gymnasiallehrers Heinrich
Entstehung
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XLxXlll auch die Existenz. Er beweist von dem notwendigen Wesen, es sei das allerrealste und darum ein wirkliches Dasein. Also er beweist schliesslich die Existenz aus dem Begriff des allerrealsten Wesens, d. h. er beweist sie ontologisch; er macht diesen falschen Schluss, ohne es zu wissen; er mündet in den ontologischen Beweis, während er glaubt, noch mit dem kosmologischen Strome zu segeln. Dieseignoratio elenchi ist seine vierte dialektische Anmassung. Dieser Einwurf basiert ganz und gar auf einer vollständigen Unkenntnis der Schlussfolgerung im kosmologischen Beweis, denn er kehrt diese Folgerung um, setzt an Stelle der Prämisse den Schlusssatz und vice versa. Doch betrachten wir die Sache im Einzelnen. a) An derersten Station angelangt, sagt der kosmologische Beweis:also es existiert ein notwendiges Wesen, sonst wäre die Existenz kontingenter Wesen absolut unmöglich. Auf seiner zweiten Station folgert er: dieses notwendige Wesen, das den Grund seiner Existenz nicht in einem Anderen hat, das also niemals blos möglich war, soust wäre es ja kontingent, ist a se, durch sich selbst, desshalb unendlich, actus purus d. h. ens realissimum. Soschliesst er(der kosmologische Beweis) von dem notwendigen Wesen auf das allerrealste. Kant(l. c. pg. 606) drückt dies in seiner Weise also aus:Dieser Erfahrung aber bedient sich der kosmologische Beweis nur, um einen einzigen Schritt zu thun, nämlich zum Dasein eines notwendigen Wesens überhaupt. Was dieses vor Eigenschaften habe, kann der empirische Beweis nicht lehren, sondern da nimmt die Vernunft gänzlich von ihm Abschied und forscht hinter lauter Begriffen: was nämlich ein absolut not- wendiges Wesen überhaupt vor Eigenschaften haben müsse, d. i. welches unter allen möglichen Dingen die erforderlichen Bedingungen(requisita) zu einer absoluten Notwendigkeit in sich enthalte. Nun glaubt sie im Begriffe eines allerrealsten Wesens einzig und allein diese Requisite anzutreffen, und schliesst sodann: das ist das schlechterdings notwendige Wesen. b) Trotzdem behauptet nun Kant und mit ihm Kuno Fischer, der kosmologische Beweis sei in seinem zweiten Teil ontologisch, er schliesse aus dem Begriff des allerrealsten Wesens auf die Existenz des notwendigen. Nach ihnen würde der kosmologische Beweis lauten(in seiner 2. Station): ein notwendiges Wesen ist zugleich das allerrealste, das allerrealste hat auch die Realität des Seins, also existiert ein notwendiges Wesen.

In Wirklichkeit aber schliesst der kosmologische Beweis: es existiert ein notwendiges Wesen(als Grund alles Kontigenten), dieses notwendige Wesen ist Kraft seiner Notwendigkeit das allerrealste, also existiert ein ens realissimum.

c) Kant(l. c. pg. 608) will danndiese Blendwerke im Schliessen also auf schulgerechte Art vor Augen stellen:Wenn der Satz richtig ist, ein jedes schlechthin notwendiges Wesen ist zugleich das allerrealste Wesen(als welches der nerbaus probandi des kosmologischen Beweises ist), so muss er sich wie alle bejahenden Urteile wenigstens per accidene umkehren lassen; also einige allerrealste Wesen sind zugleich schlechthin notwendige Wesen. Nun ist aber ein ens realissimum von einem anderen in keinem Stück unterschieden und, was also von einigen unter diesem Begriffe enthaltenen gilt, das gilt auch von allen. Mithin werde ich(in diesem Falle) auch schlechthin umkehren können, d. i. ein jedes allerrealste Wesen ist ein notwendiges Wesen. Weil nun dieser Satz blos aus seinen Begriffen a priori bestimmt ist, so muss der blosse Begriff des realsten Wesens auch die absolute Notwendigkeit desselben bei sich führen, welches eben der ontologische Beweis behauptete und der kosmologische nicht anerkennen wollte, gleichwohl aber seinen Schlüssen, obzwar versteckter Weise, unterlegte. Wir entgegnen:

..) Der Fehler des ontologischen Beweises besteht darin, dass er aus der blossen Ideo Gottes auf das wirkliche Dasein Gottes schliesst. Der ontologische Beweis sagt nämlich:Wir denken