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„exakten Naturforschern“ sehr schlecht an, Hypothesen von solcher Wichtigkeit und Tragweite auf ein unbewiesenes Nichts aufzubauen und sie als unabweisbare Forderungen der strengen Wissenschaft zu erklären.
e) Es kann jedoch auch positiv die Unmöglichkeit einer generatio aequivoca in mechanisch- materialistischem Sinne nachgewiesen werden. Die grössten Naturforscher sind einmütig in dem Urteile, dass organisches Leben unerklärlich sei ohne die Annahme eines inneren Lebensprinzips, welches die toten Stoffteile und die mechanischen und chemischen Kräfte derselben souverain beherrscht und zu diesem bestimmten Organismus, zu dieser zwar einfachen, aber doch durch eine sehr verwickelte Struktur ausgezeichneten Zelle zusammenfasst und in ihbrer genau geregelten Thätigkeit zusammenerhält. Wie wäre sonst z. B. zu erklären, dass einzelne Stoffe in ihrer chemischen Thätigkeit sich anders, ja umgekehrt verhalten innerhalb der Organismen als ausserhalb derselben? Dass nun ein solches Lebensprinzip durch sich selbst aus nichts entstehe, wird wohl Niemand im Ernste behaupten.
Selbst, wenn man zugestehen wollte, die erste Zelle habe sich gebildet in Folge einer unter ganz besonders günstigen Umständen erfolgten ausnahmsweise glücklichen Konstellation der not- wendigen Stoffteile, so wäre dann noch die Frage zu beantworten, was denn jene günstigen Umstände herbeigeführt und diese glückliche Zusammenstellung bewirkt. Der Zufall? Das ist, mathematisch betrachtet, unendlich unwahrscheinlich. Dann hätte der blinde Zufall fertig gebracht, was, nach Liebig's Zeugnis, dem Gelehrten trotz der grössten Sorgfalt nie gelingt, obwohl er alle die Zelle bildenden Stoffe in ihren Quantitätsverhältnissen und in ihrer Verteilung genau kennt.
f) Aufrichtige Materialisten gestehen deshalb unumwunden: wir halten an der generatio aeguivoca nur deshalb fest, weil wir von vornherein entschlossen sind, eine Schöpfung, das Herein- greifen einer höheren Macht niemals anzunehmen. Denn:„aut generatio aequivoca aut creatio kertium non datur“. Allein es ist eine grosse Täuschung, zu meinen, die Annahme einer Urzeugung schliesse die Schöpfung ganz und gar aus, mache den Glauben an einen Schöpfer überhaupt über- flüssig. Sind die ersten Organismen durch generatio aequivoca entstanden, so sind sie allerdings nicht unmittelbar durch einen schöpferischen Akt in's Leben getreten, aber mittelbar müssen sie dennoch auf eine erste unbedingte Ursache zurückgeführt werden und zwar aus doppeltem Grunde:
.) Sind die Organismen nicht schöpferisch verursacht, so haben sie eben eine andere Ursache, denn jene günstige Konstellation der Stoffteile hat vorher nicht bestanden, ist also durch ein schon Seiendes verursacht. Wir müssen demnach in der Reihe der bewirkten Ursachen weiter zurückgehen, bis wir endlich an die erste Ursache gelangen und zwar aus den schon entwickelten Gründen notwendig gelangen müssen.
9) Die Naturwissenschaft konstatiert, dass organisches Leben auf unserer Erde(und ebenso auf jedem Himmelskörper) erst möglich war, nachdem in dem Entwicklungsprozess derselben eine Periode bestimmter Erkaltung eingetreten war. Die Aufeinanderfolge verschiedener Entwicklungs- epochen, d. h. verschiedener Zustände, Seinsweisen bildet eine Reihenfolge bedingter Ursachen;
ein Zustand ist aus dem anderen hervorgegangen; die nachfolgende Gestaltungsepoche ist die.
Wirkung der unmittelbar vorausgegangenen. Eine anfangslose Entwicklungsreihe ist auch hier unmöglich; der Prozess, welcher in der Zeit sich vollzieht, hat auch zeitlich begonnen. Bei einer anfangslosen Entwicklung müssten ja längst alle möglichen Stadien der Entwicklung durchlaufen sein. Mit zwingender, metaphysischer Gewissheit sind wir also wiederum hingewiesen auf die erste, nicht bewirkte Ursache, welche den Anfang jener Entwicklung verursacht hat und zwar nach freiem Ermessen. Denn sie hat unter den möglichen Anfangsmomenten den wirklichen
unbeeinflusst bestimmt. 4


