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Deshalb behauptet der moderne atheistische Materialismus, das Organische sei durch die sogenannte generatio acquiroca aus dem Unorganischen entstanden. Unter besonders günstigen Umständen hätten sich die dazu erforderlichen Stoffe, Atome, zufällig so miteinander vermischt, oder seien in solche gegenseitige Konstellation gekommen, dass sie eine oder mehrere Urzellen bildeten, aus denen sich dann in unabsehbaren Zeiträumen die niedersten und allmählich die höheren Organismen entwickelten.
Die Vertreter dieser Theorie müssen zwar zugeben, dass bis jetzt nirgends in der Welt eine genbatio aequivoca konstatiert worden ist, sondern dass im Gegenteil die exakten mikroskopischen Forschungen(Pasteur) alle früheren Annahmen einer generatio aequivoca als irrig, weil auf ungenügender Beobachtung basierend, nachgewiesen haben, aber sie erklären, die Nichtbeobachtung der Urzeugung beweiss durchaus noch nicht, dass dieselbe überhaupt nicht wirklich, noch viel weniger, dass sie unmöglich sei, überdies verlangten logische Folgerungen gebieterisch die Annahme der generatio aequivoca. 12
Pragen wir zunächst nach diesen logischen Gründen, so wird uns zur Antwort: Darwin und Häckel haben nachgewiesen, dass die höheren Organismen aus den niederen, diese aus den aller- niedersten u. s. w. sich entwickelt haben. Nun erlaubt aber die gesunde Logik nicht, in der Rückverfolgung dieses Entwicklungsganges bei den niedersten organischen Gebilden Halt zu machen, sondern sie gebietet zu folgern: da die höheren und höchsten Organismen durch allmähliche, kaum merkbare Ubergänge und Weiterbildungen aus den einfachsten Anfängen sich ausgestaltet haben, so müssen diese schwachen Anfänge des Organischen in ihrem ersten Werden direkt aus dem Unorganischen entstanden sein; és könne unmöglich eine nüberbrickbara Lücke zwischen dem Anorganischen und dem ersten Organischen bestehen.—
Wir antworten: 1 9— 1
a) Darwin und Häckel haben höchstens nachgewiesen, dass eine solche allmähliche Ent- wicklung der Organismen innerhalb gewisser Grenzen möglich gewesen sei, habe stattfinden können, aber keineswegs, dass sie wirklich stattgefunden hat. Im Gegenteil ergeben die Forschungen der Geologie, dass schon beim Besinn des organischen Lebens auf der Erde die Hauptgattungen gleich- zeitig auftraten.
b) Die Möglichkeit einer solchen stufenweisen Entwickelung kann nur zugegeben werden unter der Voraussetzung, dass dieselbe sich vollzogen habe kraft eines schon in die ersten Organismen hineingelegten Gesetzes, also kraft einer Zielstrebigkeit. Die von Darwin gegebenen Erklärungs- versuche„Kampf um's Dasein, natürliche und geschlechtliche Zuchtwahl“ sind gänzlich unzureichend. Dies näher zu beweisen, kann hier nicht unsere Aufgabe bein, sondern fällt in das Gebiet des teleologischen Beweises.
de) Aller Logik hohnsprechend aber ist der angeblich notwendige Schluss:„weil innerhalb der lebenden Welt eine fortschreitende Entwickelung stattfindet, muss der Anfang des Lebens von selbst aus dem Leblosen entstanden sein.“ Denn Leben und Nichtleben sind nicht Dinge gleicher Art, aber von verschiedener Vollkommenheit, sondern sind Begriffe ganz entgegengesetzten Inhaltes. Nichtleben ist die Negation des Lebens. Leben bezeichnet nicht eine Steigerung des unorganischen Seins, sondern setzt ein neues Sein ganz anderer Art. Zwischen dem leblosen Stoffe und dem niedersten organischen Gebilde einer einfachen Zelle ist ein unermesslich viel grösserer Unterschied als Enischen eben dieser Zelle und dem vollkommensten Organismus.
d) Aus der Thatsache, dass bis jetzt nirgends eine Urzeugung beobachtet wurde, folgt aller. dings noch nicht stringent, dass eine solche nie stattfinde und unmöglich sei. Aber es steht doch


