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ausreichend nährte, aber doch keine groſsen Überschüsse brachte, warf die Thätigkeit des Kaufmanns, besonders der Tuchverkauf und der Exporthandel, schon einen recht erheblichen Gewinn ab. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts finden wir bereits in vielen Städten einzelne Bürger im Besitz bedeutenden Reichtums, auf Grund dessen sie z. B. im stande waren ganze Dörfer der Umgegend ihren Grundherrn abzukaufen, Wohlthätigkeit in groſsem Stile zu üben und ihrer Vaterstadt ansehnliche Schenkungen zu machen. Als Beispiel sei der Görlitzer Bürger Heinrich vom Dorfe erwühnt. Er setzte für den Fall seines Todes den Kirchen und Hospitälern von Görlitz namhafte Summen aus und bestimmte, dafs schon zu seinen Leb- zeiten der Marktzoll, den er vom Rate erworben hatte, den Ver- käufern nahezu ganz erlassen sein solle.
Fast jede Stadt besals für die Zwecke der Kranken- und Armen- pflege Hospitäler und zwar gewöhnlich zwei. Das eine nahm nur Aussätzige auf und lag regelmäfsig, um eine Ansteckung zu ver- hüten, draufsen vor den Thoren. Ferner setzten die Bürger eine Ehre darein, möglichst bald eine recht stattliche Pfarrkirche zu errichten. Da es an Bruchsteinen im norddeutschen Tieflande überall fehlt, so holte man das zum Bau der Kirchen- und Rat- häuser notwendige Material oft aus weiter Ferne, z. B. Basalt- und Tuffsteine aus Schottland und gotländische Fliesen aus Wisby. Im übrigen aber behalf man sich zumeist mit Backsteinen, und aus deren Anwendung ergab sich jene eigentümliche, hohe und weite Räume bevorzugende Architektur gotischen Stiles, wie wir sie an der prächtigen Marienkirche in Lübeck bewundern und ihren zahl- reichen Nachbildungen in Dobberan, Wismar, Rostock und andern Orten. Sehr schnell erstanden in vielen Städten auch Klöster, namentlich der Franziskaner und Dominikaner. Beghinenkonvente werden z. B. in Lübeck(fünf im Zeitraum von 1260— 1300), Rostock, Breslau, Schweidnitz und Neiſse erwähnt.
Die Privathäuser waren zum allergröfsten Teile einfache Holz- bauten, ohne Schmuck und Bequemlichkeit, ohne Ofen, Schornsteine und durchsichtige Fensterverschlüsse. Das leicht entzündliche Bau- material verschuldete sehr oft verderbliche Feuersbrünste. So sank Riga in den Jahren 1215 und 1297 zweimal in Asche, und ein ähnliches Schicksal traf zur selben Zeit Glogau, Rostock, Lübeck und viele andere Städte. Um solchen Gefahren vorzubeugen, ver-
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