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Forsten dauernd zur Holznutzung oder zu vollem Eigentum. Gerade Holz aber hatte man vor allem sehr nötig, weil man die Gebäude noch nicht aus Stein herzustellen pflegte, sondern fast ausschlieſslich aus Balken oder— gegen Ende des 13. Jahrhunderts— aus Fach- werk. Holz brauchte man auch zur Umschanzung der Stadt. Denn da es im norddeutschen Tieflande an Bruchsteinen fehlt, so benutzte man hierzu keine Mauern, sondern sicherte den Platz regelmäfsig nur durch einen Erdwall mit einem Plankenzaun darauf und einem vorliegenden Graben, eine Befestigungsweise, die bei Slaven und Preufsen altherkömmlich war und auch ihrer Billigkeit halber damals noch bei manchen Städten des Mutterlandes in Anwendung kam. Die Erdwälle sind der Grund, warum die ostdeutschen Städte im Gegensatz zu den west- und süddeutschen nirgends von einem Bach oder Fluſs durchströmt wurden; es war eben zu schwer, mit einem solchen Walle ein flieſsendes Gewässer zu überbauen. Innerhalb der Stadt waren die hervorragendsten Bauwerke die Kirche und das Rathaus. Jene führte man schon früh aufser aus Holz auch aus Backsteinen auf, und man benutzte sie nicht allein zum Gottesdienst, sondern auch für die Zwecke des Handelsverkehrs, z. B. in Lübeck (Marienkirche). Das Rathaus, das oft auch als Kaufhaus bezeichnet wird, enthielt in seinen unteren Räumen die amtliche Wage, die sog. Kammern d. h. Verkaufshallen und unter Umständen auch einen Ratskeller. Im übrigen vergab und bebaute man natürlich zuerst die besten Plätze in der Stadt, die rings um den Markt; dann rückte man von hier aus allmählich nach der Peripherie hin vor. Wenn der Zuzug nach der neuen Stadt stark war, dann füllte sich der verfügbare Raum, der ja an sich nicht gerade grofs war, mitunter sehr bald aus, und man mufste daran denken, die Stadt zu erweitern. Das geschah aber sonderbarer Weise nicht etwa, wie heutzutage bei unseren Festungen, indem man die Umwallung hinausrückte und dann die Strassen nach allen Seiten hin fortsetzte, sondern man baute neben die erste Stadt gonau nach demselben Schema eine zweite und, wenn auch die noch nicht reichte, eine dritte. Jede von ihnen erhielt ihre eigene Kirche, ihr eigenes Rathaus und ihre eigene Befestigung. Beispiele von Doppelstädten sind Thorn und Königsberg in Preufsen, Görlitz in der Lausitz. Breslau(nicht ganz regelmäſsig) und Schweidnitz in Schlesien und Warem in Mecklenburg. In Rostock, das besonders günstig lag und das von seinen Landesherrn zahlreiche Vorrechte erhielt, finden wir gar drei Städte nebeneinander, alle im Laufe zweier


