Aufsatz 
Die Gründung der nordostdeutschen Kolonialstädte und ihre Entwicklung bis zum Ende des 13. Jahrhunderts
Entstehung
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17 in Breslau, Stettin und Posen; dort erstanden in den Jahren 1241, 1243 und 1253 rein deutsche Städte neben den gleichnamigen slavischen Orten. Allein solche Fälle bildeten doch nur eine seltene Ausnahme; meist hatten es die Lokatoren nicht so bequem, sondern mufsten ihre Leute aus gröſserer Eutfernung herbeirufen. Gewiſs gewannen sie auch manche Ansiedler aus benachbarten deutschen Dörfern dies ist z. B. von Neu-Ruppin bezeugt aber die groſse Mehrzahl doch erst aus den Städten des Mutterlandes. Der ganze Südrand der Ostsee von Lübeck bis nach Livland empfing seine städtischen An- siedler im wesentlichen aus Niedersachsen, Westfalen und den Nieder- landen, dagegen die inneren Striche bis zu dem Erzgebirge und den Sudeten aus Obersachsen, Thüringen, Franken und der Rheingegend. Die verschiedene Herkunft der Kolonisten läſst sich teilweise noch bis auf den heutigen Tag aus Sitte, Sprache und Rechtsgebrauch erkennen. und auch die Urkunden geben des öfteren darüber Auskunft. Danach stammen z. B. die Bewohner der Lausitzer Städte überwiegend aus Thüringen und Meiſsen, der schlesischen Städte aus Franken und der märkischen Städte in der Priegnitz und in Ruppin aus Anhalt und der Altmark. Wir haben uns die Berufung der ersten Bürger etwa so zu denken, dals entweder die Unternehmer selbst oder ihre Agenten diejenigen Gegenden Deutschlands, zu denen sie nähere Be- ziehungen hatten, aufsuchten und dort in ähnlicher Weise, wie einst Graf Adolf von Holstein, auswanderungslustige Landsleute für ihre Plätze günstig zu stimmen suchten. Dabei fehlte es sicherlich nicht an übertriebenen Schilderungen der Vorteile, die letztere bieten sollten, und man wird die Mittel Kolonisten anzulocken nicht immer allzu gewissenhaft ausgewählt haben. Da nun aber, wie wir wissen, die Neigung zum Auszug nach dem Slavenlande damals in Deutsch- land sehr verbreitet war, so hatten solche Bemühungen meistens guten Erfolg, und der Unternehmer konnte wenigstens einen Teil seiner Stadt bald genug mit Bürgern besetzen. Nun begann eine emsige Thätigkeit: Es galt Wohnräume, Scheunen und Stallungen zu errichten, ein stattliches Rathaus und eine Kirche zu bauen, eine Befestigungslinie zu ziehen, die Feldmark zu bestellen, Gärten darin anzulegen u. s. w. Hierbei halfen die Landesherrn oft nach Kräften mit; bald übernahmen sie es, für die Befestigung der Stadt zu sorgen so der Markgraf Johann I. bei der Gründung von Landsberg a. d. Warthe bald schenkten sie den Bürgern Holz aus ihren nahen Wäldern oder überwiesen ihnen auch wohl ganze 2