Aufsatz 
Die Gründung der nordostdeutschen Kolonialstädte und ihre Entwicklung bis zum Ende des 13. Jahrhunderts
Entstehung
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Beziehungen stand und wo altrömische Kolonialstädte wie Florenz, Turin und Verona einen ganz gleichen Typus zeigen, oder nach süd- deutschen Orten wie Freiburg i. Br. und vielen andern, die eben- falls einer planmäſsigen Gründung meist durch die Zähringer ihren Ursprung verdanken, oder endlich nach sächsischen Städten wie Bremen, Hildesheim, Naumburg und Magdeburg. Diese ent- balten wenigstens einzelne Quartiere, die ganz ähnlich angelegt sind; nach deren Vorbild baute man vielleicht Lübeck auf, und diese älteste Kolonialstadt über der Elbe übte dann wohl auf ihre jüngeren Schwester- und Tochterstädte, wie in mancher anderen Hin- sicht, so auch hierin einen malsgebenden Einfluſs aus. Des weiteren fragt es sich, in welcher Beziehung die neuen deutschen Städte zu älteren slavischen Ortschaften gestanden haben, ob sie nicht etwa öfters aus solchen hervorgegangen sind. Das letztere war nie der Fall; schon die Regelmäſsigkeit der Anlage, die doch einen unbebauten Raum voraussetzt, nicht minder aber auch die Abneigung der deutschen Einwanderer gegen jedes enge Zusammenwohnen mit den Eingeborenen(vergl. S. 32) schloſs diese Möglichkeit aus. Man erbaute die neue Stadt stets in grölfserer oder geringerer Entfernung von den slavischen oder sonstigen Dörfern und benutzte nur die Fluren derselben, ganz oder teilweise, zur Bildung der Stadtmark. Oft gingen dann die alten Orte schnell ein und lebten nur noch in den Namen der Städte fort, von denen sie verdrängt worden waren. In andern Fällen wandelten sie sich im Laufe der Zeit in eine Art- Vorstädte um, die eine rein slavische Bevölkerung bargen, wie z. B. die sog. Kitze d. h. Fischerdörfer vor den Thoren vieler märkischer Städte.

In der eben beschriebenen Weise den Platz für eine neue Stadt auszuwählen und abzustecken, war Sache der Landesherrn und ihrer Beamten, aber auch derjenigen Personen, die ihnen bei der Gründung behilflich waren. Nur selten nämlich führten diese die Landesherrn für sich allein durch. In der Regel begnügten sie sich damit, sie in die Wege zu leiten, indem sie den erforderlichen Grund und Boden hergaben und der künftigen Gemeinde eine Reihe von Privi- legien verliehen; alles andere hingegen, besonders die Gewinnung der nötigen Kolonisten und den ersten Aufbau der Stadt, überlieſsen sie einem oder mehreren wohlhabenden und zuverlässigen Männern, die man Lokatoren, Unternehmer, nannte und die in Schlesien immer dem Ritterstande angehörten. Ihre Namen sind uns in den zahl-