Aufsatz 
Die Gründung der nordostdeutschen Kolonialstädte und ihre Entwicklung bis zum Ende des 13. Jahrhunderts
Entstehung
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14 Bauplätze für die künftigen Häuser. Etwa in der Mitte des Kreises oder Ovals liels man ein, mitunter auch zwei Vierecke frei, um dar- auf später das Rathaus und die Kirche zu errichten und um Raum für den Marktverkehr zu gewinnen. Diese Marktplätze wurden in Schlesien ganz besonders groſs ausgemessen und nach einem slavischen Wort Ringe genannt. Zuweilen ersetzte man sie, z. B. in einigen brandenburgischen Städten, durch eine einfache Verbreiterung der mittleren Hauptstraſse; andererseits wurde in den preufsischen Städten der Kirchplatz meistens in eine der vier Ecken gelegt, und auch sonst finden sich manche Abweichungen von der allgemeinen Regel. Die Bauplätze für die einzelnen Häuser erhielten durch- gängig eine schmale Front nach der Strafse zu, dagegen eine be- trächtliche Tiefe für Hof und Scheunen; sie hatten sämtlich ungefähr die gleiche Gröſse. Nur um den Markt herum wurden sie noch schmaler als sonst bemessen, damit recht viele Bürger von dieser günstigen Lage profitieren konnten, umgekehrt aber wurden nach der Aulsenseite der Stadt zu für etwa zuwandernde ärmere Leute Plätze von halber oder Viertelsgröſse aufgespart. Die Zahl der Stralsen war klein, zumal in Schlesien, wo sich oft nur eine einzige zwischen Ring und Stadtwall hinzieht. Der Thore gab es gewöhnlich vier, und man liels vielfach, doch durchaus nicht immer, die mittleren Stralsen auf sie ausmünden. Diese setzten sich draufsen in Gestalt von zwei bis vier grölseren Landstraſsen fort und teilten die Stadt- mark in ebensoviele Stücke. Eine Feldflur war stets von Anfang an mit der Stadt verbunden; ihre Gröfse betrug zunächst in der Regel 100 150 Hufen, von denen etwa drei Viertel für den Ackerbau bestimmt waren und in Ackerlosen unter die einzelnen Bürger ver- teilt wurden. Der Rest bildete die sog. Almende, das Gemein- eigentum, das die Gesamtheit der Einwohner als Wiese, Wald oder Heide ausnutzte. Aus alledem geht hervor, daſs unsre ostdeutschen Städte, soweit sie aus dem 13. Jahrhundert stammen, bezüglich ihrer Erbauung künstliche Schöpfungen sind, bei deren Entwurf, wie man gesagt hat, Reilsbrett und Stift, Meſskette und Pflugschar in Anwendung kamen, und daſs wir in ihnen planmälsig angelegte Niederlassungen sehen müssen, die mindestens in Bezug auf die räumlichen Verhältnisse ein zufälliges oder allmähliches Entstehen fast ganz ausschlieſlsen. Die Frage nach den Mustern für das durch- gehends befolgte Anlagesystem ist noch nicht gelöst. Sie führt ent- weder nach Italien, mit dem Deutschland zu jener Zeit in so engen