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denen sich zwei Flüsse zusammenfinden, weil sie der Gefahr der Uberschwemmung allzusehr ausgesetzt, dazu wegen der nahen Sümpfe oder feuchten Wiesen ungesund waren und kein gutes Trinkwasser boten. Wo hingegen solche Plätze im Hügellande zu treffen waren, da benutzte man sie ihrer Sicherheit halber gerade mit Vorliebe. wenigstens in Preuſsen, wie die zahlreichen Städte an der Aller und ihren Zuflüssen beweisen. Besonders ungünstig für städtische Nieder- lassungen ist im grofsen und ganzen die südliche Ostseeküste, zumal zwischen der Oder- und Weichselmündung; aber die wenigen guten Plätze hat man schon früh herausgefunden und sehr geschickt ver- wertet. Überhaupt muſs vom geographischen Standpunkt aus rühmend anerkannt werden, dafs nur selten ein für eine Stadtgründung gut passender Ort nicht penutzt worden ist. Wenn man sich dagegen, was zuweilen auch vorgekommen ist, in der Wahl des Platzes vergriffen hatte, dann siedelte man, sobald der Fehler zu Tage ge- treten war, an eine andere bessere Stelle über. So geschah es z. B. in Thorn, Marienwerder, Elbing, Königsberg und Memel; in Kulm sogar zweimal.
3. Plan, Aufbau und Benennung der Stadt.
Während sich die Wahl des Platzes für neue Städte nach den mit ihrer Gründung zunächst verfolgten Zwecken und nach der Natur des betreffenden Landes richtete, infolgedessen also in den einzelnen Fällen sehr verschieden ausfiel, herrschte dafür um So grölsere Ubereinstimmung in der Einteilung und Verwendung des Stadtbodens selber und der zugehörigen Feldmark. Neuere Untersuchungen haben das merkwürdige Resultat ergeben, dals man wäbrend des ganzen 13. Jahrhunderts bei der Ansetzung städtischer Kolonien östlich der Elbe so ziemlich überall dasselbe Schema ver- wandte. Man steckte zuerst einen kreisrunden oder ovalen Raum ab mit einem Durchmesser von 500— 600 m, bezw. mit einem groſsen Durchmesser von 500 und einem kleinen von 400 oder 300 m, also eine Fläche von etwa 50— 100 Morgen. Innerhalb der- selben mals man darauf die künftigen Stralsenzüge aus und zwar in der Weise, dals sie sich rechtwinklig schnitten und womöglich ziemlich genau orientiert waren d. h. teils von Westen nach Osten, teils von Süden nach Norden liefen. So entstanden zwischen den Strafsen Vierecke von der Form eines Quadrats oder Rechtecks, die


