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herren ins Leben gerufen wurden, in Pommern, Polen, Schlesien und der Lausitz. Während demnach in den oben genannten Land- schaften zunächst der Zweck der militärischen Sicherung überwog, gab in diesen letzteren die wirtschaftliche Bedeutung der Städte den Anlafs zu ihrer Gründung. Sie sollten die Märkte für die um- liegenden deutschen Dörfer sein und deren Insassen mit allen Be- dürfnissen versehen, an die sie von Hause gewöhnt waren. Sie sollten aber zugleich auch das bisher handels- und industriearme, fast nur Naturalwirtschaft treibende Slavenland in den allgemeinen Weltverkehr hineinziehen, es durch Anbahnung der Geldwirtschaft auf eine höhere Kulturstufe heben und eben dadurch auch den Stadt- herrn reiche Finanzquellen eröffnen. Letzterer Umstand ist von be- sonders groſser Wichtigkeit, denn er zumal erklärt es, warum sämtliche Fürsten des Ostens, deutsche wie slavische, von ihrem Rechte der Stadtgründung einen so ausgedehnten, ja oft allzu aus- gedehnten Gebrauch gemacht haben. Die Einkünfte. die aus den Städten in die Kassen ihrer Herrn flossen, waren namentlich folgende: Zinsen der Bürger vom Areal ihrer Häuser und Höfe und von ihren Ackern; Markt-, Strafsen- und Durchgangszölle; ein gewisser Teil von den Bulſsen des hohen und niederen Gerichts; Abgaben für Be- nutzung des Kaufhauses sowie der auf dem Marktplatz errichteten Bänke und Buden; Mühlengefälle; Pachtgelder von den Schenken und zum Fischfang dienenden Gewässern; der Erlös aus den Verkäufen von nahen Ackern, Wäldern und Weiden, deren Wert natürlich ganz erheblich stieg; endlich die oft hohen Summen, die eine auf- plühende Stadt für den Erwerb neuer Vorrechte und Freiheiten willig zu entrichten pflegte. Waren auch die Abgaben der Bürger im einzelnen nur geringfügig und wenig drückend, so machten sie doch immerhin, falls die Stadt gedieh, im ganzen eine recht an- sehnliche Summe aus, und sie kamen neben den Erträgen der deutschen Dörfer den Fürsten desto erwünschter, weil diese im übrigen wohl Naturalien, aber sehr wenig Geld einzunehmen hatten. Dank den genannten Einkünften aber erfreuten sich gerade die Landesherrn im deutschen Kolonialgebiete teilweise schon früh eines ganz bedeutenden Reichtums, besonders die Markgrafen von Branden- burg, die allerdings auch vortrefflich zu wirtschaften wufsten; und da Geld auch Macht verleiht, so wuchs durch die Gründung von Städten schliefslich auch die politische Bedeutung dieser Fürsten.


