Aufsatz 
Die Gründung der nordostdeutschen Kolonialstädte und ihre Entwicklung bis zum Ende des 13. Jahrhunderts
Entstehung
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10 hier und da in Flandern zu hören ist und im Hochdeutschen etwa folgendermaſsen lautet:

Nach Ostland wollen wir reiten,

Nach Ostland wollen wir fort,

All über die grünen Heiden,

All über die Heiden,

Da ist ein besserer Ort.

2. Gründe zur Anlage deutscher Städte; Wahl des Platzes.

Deutsche Städte legte man im östlichen Kolonialgebiet aus leicht begreiflichen Gründen in der Regel nicht eher an, als bis das betreffende Land bereits einigermafsen mit deutschen Dörfern und Höfen besetzt war. Daher wurden nur wenige Städte im 12. Jahrhundert gegründet, obwohl doch damals die Kolonisation schon in vollem Zuge war, aber sehr viele, und zwar in immer steigender Zahl, während des 13. Jahrhunderts, besonders in der zweiten Hälfte desselben(vergl. S. 36). Weitaus die Mehrzahl von ihnen verdankte ihre Entstehung einem Landesherrn, mochte es nun ein Fürst, ein Bischof oder ein Ritterorden sein; grundherrliche Städte, d. h. solche, die von einem Kloster oder einem Edelmann abhängig waren, finden sich während jenes Zeitraumes nur ganz vereinzelt. Der ursprüng- liche Charakter der Städte wechselte nun je nach der Gegend und der Person der Begründer. In Mecklenburg, Brandenburg, Preufsen und Livland kamen bei ihrer Anlage in erster Linie militärische Gesichtspunkte in Betracht. Denn hier waren sie zunächst als Festungen gedacht, die den umliegenden Bezirk vor feindlichen An- griffen schützen oder seinen Bewohnern im Falle der Not als Zu- fluchtsort dienen oder auch wohl einen Stützpunkt für ein etwa erforderliches offensives Vorgehen abgeben sollten. Sehr oft lehnten sie sich daher an Burgen an, wie ſast alle Städte in Preufsen und Livland. Dieser militärische Charakter trat freilich, sobald das Land einigermaſsen beruhigt und gesichert war, allmählich zurück, am frühesten in den Binnenlandschaften, zuletzt im äufsersten Nord- osten. Dann kam eine zweite Eigenschaft der Stadt mehr zur Geltung, nämlich ihre Eigenschaft als Sitz des Handels und Gewerb- fleilses. Vornehmlich als solche Verkehrsmittelpunkte müssen alle jene Städte von Anfang an angesehen werden, die von slavischen Landes-