Aufsatz 
Über die Schulen für allgemeine Volksbildung / J. Hehl
Entstehung
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geworden, daß ſie ſich in den Mittelpunkt des menſchlichen Lebens geſetzt hat, in welchem früher die Objertivität ſtand. Hierdurch hat ſich ein Streit entſponnen, und der Verſtand, als geborner Kämpfer, hat von der Objectivität alles über Bord geworfen, was er ſeiner Alleinherrſchaft für gefährlich hielt. So hat er denn auch hier zu beweiſen geſucht, daß der unaufhörliche Fort⸗ ſchritt in den Wiſſenſchaften Hauptſache und hierin allein der Fortſchritt der Welt zu ſuchen ſey. Aber ebenſowenig als Einer, welcher einen Thaler mehr bei ſich führt, als ein Anderer, höher als dieſer ſteht, ebenſowenig iſt der höhere Grad von Wiſſen⸗ ſchaft ein größerer Fortſchritt. Der unaufhörliche Fortſchritt der Welt beſteht darin, daß der kernige Inhalt, welchen der Menſch in ſich hat, zum höheren Selbſtbewußtſeyn geſteigert wird, aber nicht in der geſteigerten Vervollkommnung der Form des menſch⸗ lichen Geiſtes. Gerade um den Inhalt des Menſchen zu einem immer höheren Selbſtbewußtſeyn zu bringen, arbeitet die Menſch⸗ heit oft Jahrhunderte lang an einer Idee. Dieſer Fortſchritt geht ſehr langſam. Da aber die formelle Ausbildung des Men⸗ ſchen durch die Wiſſenſchaften den höheren Fortſchritt begünſtigt, ſo muß auch in dieſen möglichſt viel gethan werden, ſo viel als möglich, ſage ich, weil es nicht auf Koſten des höheren Fort⸗ ſchrittes der Menſchheit nach dem Inhalte des Menſchen geſche⸗ hen darf. So z. B. darf in den Volksſchulen nicht die Reli⸗ gion(um Zeit für andere Dinge zu erſparen) gelehrt werden, damit die Schüler Religion beſitzen, womit übrigens die Sub⸗ jectivität zufrieden iſt, ſondern wie es die Objectivität verlangt, wozu mehr Zeit und eine ſorgfältigere Pflege gehört, damit die Schüler von der Religion beſeſſen werden. Daſſelbe gilt von Allem, was gelehrt wird. Alle Einrichtungen des Staates, alle Anſtalten und Schulen haben zuſammen dahin zu wirken, daß die Menſchheit fortſchreitet, und, um dieſes Fortſchreiten zu erleichtern, auch die Wiſſenſchaften ſo viel als möglich in das