Aufsatz 
Über die Schulen für allgemeine Volksbildung / J. Hehl
Entstehung
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Errichtung von Realſchulen. Dieſe ſollen nicht nur berückſichtigen, was von den Volksſchulen verlangt wird, ſondern noch vorzüg⸗ lich die neueren Sprachen, Phyſik, Chemie, Naturgeſchichte u. ſ. f. aufnehmen. Um des Erfolges gewiß zu ſeyn, ſucht man in dieſen Schulen den Unterricht bis zum Alter von 16 Jahren zu verlängern. Unter einem wahren Jubel des Publikums traten auch dieſe Schulen ins Leben. Doch hielten es die Eltern für angemeſſener, ihre Kinder mit dem 14ten Lebensjahre aus der Schule herauszunehmen. Auch dieſe Schulen entſprachen nicht den Forderungen der Welt und vermochten nicht die Reſultate der Wiſſenſchaft ins bürgerliche Leben zu verpflanzen.

Woher mag es nun kommen, daß trotz der großen Anſtren⸗ gung in den Schulen nichts Bedeutenderes geleiſtet iſt, ſondern die meiſten Verhältniſſe ungünſtiger als früher ſtehen? Wer ſich nur umſieht, wird dieſe Wahrheit beſtätigt finden. Wenn die Leute jetzt beſſer reden können und über Vieles ein Urtheil ſich anmaßen, ſo iſt darin keine tiefere Bildung zu ſuchen, ſondern es kommt auf die Frage an: Kannſt du in irgend einem Fache etwas Beſſeres und Gediegeneres als früher wirklich machen, haſt du gelernt, über Dinge, welche du nicht verſtehſt, zu ſchwei⸗ gen? Den Begriff des Machens beziehe ich nicht allein auf äußere Naturgegenſtände, ſondern auch auf alle Gebiete der menſchlichen Thätigkeit.

Man wird mir freilich entgegnen, daß, wenn ſich die Sache der Art verhielte, auch kein Fortſchritt möglich ſey, und dieſes im Widerſpruche mit allen Erfahrungen ſtehe, wonach die Welt unaufhörlich dadurch fortzuſchreiten habe, daß die Wiſſenſchaften oder doch wenigſtens die durch dieſelben gewonnenen Reſultate in das Volksleben übergehen.

Dadurch, daß der menſchliche Geiſt die Naturkräfte vermöge der außerordentlichen Fortſchritte, zumal in den exacten Wiſſen⸗ ſchaften, ſich dienſtbar gemacht hat, iſt die Subjectivität ſo ſtark