Aufsatz 
Über die Schulen für allgemeine Volksbildung / J. Hehl
Entstehung
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mitzutheilen habe. Ein Theil der Schulen ſucht nun ganz folgſam die Anſprüche des Publikums weiter zu befriedigen, ein anderer Theil aber, einſehend, daß alles ſeine Grenze habe, weigert ſich, und erhält wegen dieſes Ungehorſams eine Menge Privat⸗ ſchulen neben ſich, wovon die eine aus dieſem, die andere aus jenem Lehrgegenſtande etwas mehr oder weniger Einzelnes auf⸗ nimmt, und dadurch den Wünſchen des Publikums genügt. Kaum iſt der vorige Proceß durchlaufen, ſo ſtellt ſich heraus, daß, obwohl die Schulen es übernommen haben, alles Wiſſens⸗ würdige zu lehren oder wenigſtens die Reſultate der wiſſenſchaft⸗ lichen Forſchung mitzutheilen, der Unterricht in dem Volksleben keine Wurzel ſchlägt, und die Schüler ſogar an eigener Urtheils⸗ kraft verloren haben. Nun überhäuft man die Lehrer mit Vor⸗ würfen, in der Meinung, daß ſie den Unterricht vernachläſſigten. Aus der gründlichen Vertheidigung der Lehrer gegen ungerechte Vorwürfe ergibt ſich aber, daß die vom Publikum geſtellte Auf⸗ gabe nicht in der gewöhnlichen Schulzeit gelöſt werden kann. Dennoch ſtrebte die noch immer im Steigen begriffene Sub⸗ jectivität der Menſchheit auf der betretenen Bahn weiter und ſuchte, um des Erfolges gewiß zu ſeyn, die Unterrichtszeit zu verlängern. Um aber hierbei nicht zu ſtark ins Volksleben ein⸗ zuſchneiden und dadurch auf ein Gebiet zu gelangen, auf welchem ſie mit ſich ſelbſt in Streit verwickelt würde, wurden Sonntags⸗, Handwerks⸗, Erhaltungs⸗, Fortbildungs⸗, und auf dem Lande ſelbſt Winterabendſchulen u. ſ. f. errichtet. Nachdem auch dieſe Einrichtungen allenthalben mit Beifall aufgenommen und geprieſen ſind, findet ſich, daß man bei allen dieſen Anſtrengungen es nicht weiter bringt. Trotz der Sonntags⸗ und Handwerksſchulen ſchwin⸗ det dem Handwerker der feſte Boden, trotz der Erhaltungs⸗ und Fortbildungsſchulen und der Winterabendſchulen wollen die mit⸗ getheilten Reſultate der Wiſſenſchaft im Volksleben keine Wurzel ſchlagen. Da nun alles nichts helfen will, ſchreitet man zur