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alſo dieſes ſelbſt zu organiſiren ſey, oder ob ein feſter Schul⸗ plan entworfen werden müſſe, von dem durchaus nicht abge⸗ wichen werden dürfe. Hierbei muß ich nun gleich bemerken, daß ich unter Schulen für Volksbildung, im Gegenſatze zu den gelehrten Schulen, nicht allein ſolche Schulen verſtehe, die man gewöhn⸗ lich ſo bezeichnet, ſondern auch die Hütte, den Zimmerplatz, die Werkſtätten ſehe ich als Schulanſtalten an, um Leute für be⸗ ſtimmte Richtungen des Volkslebens zu erziehen. Der Kürze wegen muß ich daher dem Worte Schule eine allgemeinere Bedeu⸗ tung unterlegen.
Durch die außerordentlichen Fortſchritte in den eracten Wiſſenſchaften hat der menſchliche Geiſt die Natur ſich dienſtbar gemacht, und ſeine Subjectivität hat ſich dadurch ſo geſteigert, daß er keine feſten Schranken mehr anerkennt und glaubt, Alles müſſe regenerirt werden. Den Fortſchritt, durch welchen der Menſch, die Naturkräfte in ſeinem Dienſte, der läſtigen Arbeit überhoben wird, betrachtet man als das Höchſte, und die Schranken im bürgerlichen Leben, wonach man die Naturkräfte wegen des gegenſeitigen Schutzes nicht nach Luſt gegen einander aufhetzen kann, als etwas ganz Veraltetes und die Menſchheit Entwürdigendes. So ſehen wir im Bunde mit einander den niederen Fortſchritt und die äußere Freiheit ſich die Herrſchaft der Welt erkämpfen wollen. Dies influirte auch auf die Schulen. Man macht wegen der angeführten Richtung der Zeit größere Anſprüche an die Menſchen und verlangt von den Schulen, dieſe in einem verworrenen Zuſammenhange auftretenden For⸗ derungen zu befriedigen. Die Schulen ihrerſeits, von der Richtung der Zeit ſelbſt ergriffen, ſuchen dieſe Anſprüche zu formuliren und durch ihren Lectionsplan beſtimmt auszudrücken. Hiernach äußert ſich aber das Publikum wieder tadelnd, weil Dieſes oder Jenes noch fehle, indem die Schule alles Wiſſens⸗ würdige zu lehren, wenigſtens die Reſultate aller Wiſſenſchaften


